Richard Rogers | AFP

Pionier der High-Tech-Bewegung Stararchitekt Richard Rogers gestorben

Stand: 19.12.2021 09:04 Uhr

Das "Centre Pompidou" in Paris machte Richard Rogers und seinen markanten Stil in den 1970er-Jahren weltweit bekannt. Am Samstagabend starb der Pritzker-Preisträger im Alter von 88 Jahren.

Der berühmte britische Architekt Richard Rogers ist gestorben. Wie mehrere Medien berichten, starb der Architekt am Samstagabend im Alter von 88 Jahren. Sein Sohn Roo Rogers bestätigte der "New York Times" seinen Tod. Die Todesursache ist nicht bekannt. Er hinterlässt seine Frau und vier Söhne.

Rogers galt als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Architekten weltweit. Er wurde am 23. Juli 1933 als Sohn einer anglo-italienischen Familie in der italienischen Stadt Florenz geboren. Seine Familie zog kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach England.

Bekannt durch markanten Stil in den 1970er-Jahren

Bekannt wurde er mit seinen markanten Entwürfen: wie etwa für das röhrenförmige Kulturzentrum "Centre Pompidou", das er in den Siebzigern gemeinsam mit Renzo Piano entwarf - oder dem Bau des riesigen "Millennium Domes" in London, der wie ein außerirdisches Raumschiff zu schweben scheint. Er war auch verantwortlich für Bürogebäude am Potsdamer Platz in Berlin und das Gebäude des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Kurz vor seinem 85. Geburtstag schloss er den Bau des "Three World Trade Centers" ab - ein 80-stöckiges Hochhaus an der Stelle der Zwillingstürme in New York.

Das "Centre Pompidou" in Paris. | AFP

Das "Centre Pompidou" in Paris machte Richard Rogers bekannt. Bild: AFP

Das "Three World Trade Centers" in New York. | dpa

Verantwortlich war er auch für das "Three World Trade Centers" in New York. Bild: dpa

Zum Ritter geschlagen - und Pritzker-Preis

Im Jahr 1991 wurde er zum Ritter geschlagen. Und 2007 erhielt er den Pritzker-Preis, die höchste Auszeichnung für Architektur. Die Jury lobte seine "einzigartige Interpretation der Faszination der modernen Bewegung für das Gebäude als Maschine". Er habe Museen revolutioniert, indem er das, was einst elitäre Monumente gewesen seien, in populäre Orte des sozialen und kulturellen Austauschs verwandelt habe, die mit dem Herzen der Stadt verwoben seien. Rogers war einer der Pioniere der High-Tech-Architektur, die sich durch Glas- und Stahlstrukturen und freiliegende Rohrleitungen auszeichnet.

Er hatte aber auch Kritiker: Zu ihnen zählte laut BBC auch Prinz Charles, der bei mehreren Gelegenheiten seine Abneigung gegen dessen Entwürfe zum Ausdruck gebracht habe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Dezember 2021 um 09:59 Uhr.