Ein Soldat patrouilliert am Anschlagsort in Mogadischu, dahinter ein zerstörtes Haus.  | Bildquelle: AFP

Terror in Somalia Mehr als 300 Tote bei Doppelanschlag

Stand: 16.10.2017 10:30 Uhr

Nach den Anschlägen in Somalia hat die Polizei die Zahl der Opfer weiter nach oben korrigiert. In der Hauptstadt Mogadischu detonierten zwei Bomben. Die Regierung vermutet die Al-Shabaab-Miliz dahinter und ordnete eine dreitägige Trauer an.

Die Zahl der Todesopfer nach dem bislang schwersten Bombenanschlägen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist auf 300 gestiegen. Zudem seien rund 300 Menschen verletzt worden, sagte Somalias Informationsminister Abdirahman Osman

"Alle Krankenhäuser sind voll mit Opfern der Explosion, das ist eine beispiellose Tragödie", sagte der Leiter des Sanitätsdienstes, Abdukadir Hadschi Aden.

Autobombe mit großer Sprengkraft

Zuerst war am Samstag ein mit Sprengstoff beladener Lkw vor einem Hotel im Zentrum der Hauptstadt detoniert. Der Lastwagen sei mit hoher Geschwindigkeit eine Straße entlang gerast und habe im Stau stehende Motorräder sowie Autos überrollt oder aus dem Weg geschoben, berichteten Augenzeugen. Sicherheitskräfte hatten demnach versucht, auf den Fahrer zu schießen, er erreichte aber dennoch eine der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu und sprengte sich dort in die Luft.

Umliegende Gebäude wurden massiv beschädigt. Noch in Hunderten Metern Entfernung gingen Fenster zu Bruch, Türen wurden aus den Angeln gerissen. Einige Gebäude stürzten teilweise ein. In der Gegend befinden sich etliche Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude. "Ich habe noch nie so einen schlimmen Anschlag gesehen", sagte Ahmed Hassan, ein Augenzeuge. "Die Zerstörung sieht aus wie nach einem Erdbeben." Zwei Stunden später explodierte eine weitere Bombe in einem anderen Stadtbezirk.

Nach Bombenanschlägen in Somalia mindestens 300 Tote
tagesschau 14:00 Uhr, 16.10.2017, Caroline Hoffmann, ARD Nairobi

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Regierung macht al-Shabaab verantwortlich

Noch bekannte sich niemand zu den Anschlägen, die Regierung machte aber die Terrormiliz al-Shabaab dafür verantwortlich. Zielscheibe des "schrecklichen Angriffs der Shabaab" seien unschuldige Zivilisten und nicht Regierungsvertreter gewesen, sagte Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed in einer Fernsehansprache. Der Angriff sei eine nationale Tragödie. Er forderte die Menschen auf, für die Verletzten Blut zu spenden und rief eine dreitägige Trauerzeit aus.

In Somalia kommt es immer wieder zu Anschlägen durch al-Shabaab. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Verbindung stehenden militanten Sunniten wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat errichten. Eine 22.000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terrormiliz.

USA und UN verurteilten Anschlag

Das US-Militär verstärkte in diesem Jahr Drohnenangriffe gegen die al-Shabaab. Die USA erklärten in einer Reaktion auf den Doppel-Anschlag, solch "feige Angriffe" bestärkten Washington in seiner Unterstützung von Somalia und der Afrikanischen Union, "um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen".

Die Vereinten Nationen verurteilten die Attacke. Die UN-Mission in Somalia (UNSOM) nannte den Angriff barbarisch, auch der UN-Sondergesandte für Somalia, Michael Keating, erklärte seine Abscheu für die Tat.

Schwerer Bombenanschlag in Mogadischu
Alexander Göbel, ARD Nairobi
14.10.2017 18:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info um 16:45 Uhr und tagesschau24 um 17:00 Uhr am 14. Oktober 2017 und tagesschau24 am 15. Oktober 2017 um 14:00 Uhr.

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