Kofi Annan | Bildquelle: AFP

Reaktionen auf Annans Tod "Eine treibende Kraft des Guten"

Stand: 19.08.2018 05:08 Uhr

Trauer um Annan: Kanzlerin Merkel würdigte ihn als "herausragenden Staatsmann", Russlands Präsident Putin lobte seine "Weisheit und Mut". Für UN-Generalsekretär Guterres war er "eine treibende Kraft des Guten".

Der Tod von Kofi Annan hat weltweit Trauer ausgelöst.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, mit seinen Ideen, seinen aufrechten Überzeugungen und seinem Charisma habe Annan sie und viele andere inspiriert. In der heutigen Zeit, in der die gemeinsame Suche nach Lösungen globaler Probleme dringender sei als je, werde seine Stimme sehr fehlen.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte. "Er hatte die besondere Gabe, sich des Leids eines jeden Einzelnen ebenso anzunehmen wie den großen Fragen der internationalen Ordnung", schrieb er über Annan.

Die britische Premierministerin Theresa May sprach von einem "großen Führer und Reformer der UNO". Annan habe einen großen Beitrag dazu geleistet, die Welt besser zu machen.

Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron würdigte die Lebensleistung Annans. "Wir werden weder seinen ruhigen und entschlossenen Blick noch die Kraft seiner Kämpfe vergessen", twitterte er.

Beileidstelegramm von Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin sendete ein Beileidstelegramm. "Besonders bedeutend war sein persönlicher Beitrag zum Ausbau des friedenserhaltenden Potenzials der UN und zur Beilegung einer Reihe regionaler Konflikte", schrieb Putin. "Die Russen werden im Herzen immer seiner gedenken."

Er habe Annans "Weisheit und Mut" ehrlich bewundert, ebenso seine Fähigkeit, auch in schwierigsten Situationen "überlegte Entscheidungen" zu treffen.

Auch Kanadas Premier Justin Trudeau betrauert einen "großen Staatsmann und Menschenrechtler".

Trump schweigt

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama würdigte die Verdienste von Annan. "Kofi Annan war ein Diplomat und Menschenfreund, der die Mission der Vereinten Nationen wie nur wenige andere verkörperte", hieß es in einem Statement Obamas. Annan habe nie aufgehört, nach einer besseren Welt zu streben.

US-Präsident Donald Trump verfasste seit Bekanntwerden von Annans Tod acht Tweets auf Twitter. In keinem davon ging es allerdings um Annan.

US-Außenminister Mike Pompeo würdigte die Leistungen des Diplomaten. "Herr Annan hat während seiner langen Tätigkeit bei den Vereinten Nationen ein Leben lang für Frieden und Menschenwürde gekämpft", heißt es in einer Mitteilung Pompeos.

Staatstrauer in Ghana

Der ghanaische Präsident Nana Akufo-Addo ordnete eine einwöchige Staatstrauer zu "Ehren eines unserer größten Landsmänner" an. Annan war am 8. April 1938 im späteren Ghana geboren worden. Seine Eltern stammten aus einer langen Linie traditioneller Herrscher.

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Trauer um Kofi Annan

Staatsbegräbnis Kofi Annan in Accra/Ghana

Mit einem Staatsbegräbnis ist der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan in seiner Heimat Ghana beigesetzt worden. "Er war ein außergewöhnlicher globaler Anführer", sagte UN-Generalsekretär António Guterres bei dem Begräbnis in Accra. Er lobte Annan als würdevollen und mutigen Diplomaten, der sein Amt mit moralischer Überzeugung ausführte. | Bildquelle: AP

"Unvergleichliche Würde und Entschlossenheit"

UN-Generalsekretär Antonio Guterres würdigte Annan als eine "treibende Kraft des Guten". In vielerlei Hinsicht habe sein Vorgänger die Vereinten Nationen verkörpert.

Annan habe die UNO mit "unvergleichlicher Würde und Entschlossenheit" angeführt.

"Inspiration für künftige Generationen"

Die von Annan mitgegründete Gruppe The Elders (Die Ältesten) zur Lösung globaler Probleme würdigte den ehemaligen UN-Generalsekretär als "Stimme mit großer Autorität und Weisheit in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich". Annans Engagement für Frieden und Gerechtigkeit werde auch künftige Generationen inspirieren.

Annan war am Samstag nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben. Er stand von 1997 an zehn Jahre lang an der Spitze der Vereinten Nationen. 2001 erhielt er zusammen mit den UN den Friedensnobelpreis.

UN betrauern Vorkämpfer für Frieden - Raktionen auf Tod von Kofi Annan
Antje Passenheim, ARD New York
19.08.2018 08:42 Uhr

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Mit Informationen von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. August 2018 um 17:00 Uhr.

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