Die von der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye herausgegebene Aufnahme zeigt das Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi". | Bildquelle: dpa

Hafen für Rettungsschiff "Alan Kurdi" darf nach Italien

Stand: 29.12.2019 10:00 Uhr

Die von der "Alan Kurdi"-Crew geretteten 32 Migranten sind nach Italien gebracht worden. Anders als in der Vergangenheit mussten die deutschen Helfer nur kurz auf eine Einlauferlaubnis warten.

Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" mit 32 geretteten Migranten an Bord hat einen Hafen gefunden. Das Schiff mit Heimathafen Hamburg habe in Pozzallo festgemacht, twitterte die Hilfsorganisation Sea-Eye. "Die 32 Gäste an Bord sind endlich in Sicherheit." Die Seenotretter hatten am Vorabend die Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen von Pozzallo bekommen.

In der Vergangenheit hatten private Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer oft lange auf die Zuweisung eines Hafens warten müssen. "Das freut uns natürlich außerordentlich, dass es dieses Mal etwas schneller gegangen ist", sagte Isler.

Sea-Eye: Mittelmeer besonders derzeit besonders gefährlich

Die "Alan Kurdi" hatte die Migranten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von einem überfüllten Kunststoffboot geborgen. Alle hatten angegeben, libysche Staatsbürger zu sein.

Die Flucht über das Meer sei in dieser Jahreszeit besonders gefährlich, weil sich das Wetter ständig ändere, hatte die Hilfsorganisation zuvor mitgeteilt. Wenn das Rettungsschiff die Flüchtlinge in dem überfüllten Kunststoffboot nicht gefunden hätte, wären sie laut Sea-Eye in einen Sturm geraten.

Das deutsche Rettungsschiff war vor einer Woche zu einem neuen Einsatz im Mittelmeer aufgebrochen - mit Unterstützung der katholischen Kirche. Nach Angaben von Sea-Eye finanziert das Erzbistum Paderborn die "Weihnachtsmission" des Schiffes. Wegen ausbleibender Spenden hatte Sea-Eye zuvor eine Mission absagen müssen. Die "Alan Kurdi" soll nun in Palermo eine neu Crew bekommen und Anfang Januar zum nächsten Einsatz aufbrechen.

Weniger Flüchtlinge in Italien

Die Zahl der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer Italien erreicht haben, ist in diesem Jahr auf die Hälfte des Vorjahresstandes zurückgegangen. Wie das Innenministerium mitteilte, gelangten im laufenden Jahr 11.439 Flüchtlinge nach Italien - 50,72 Prozent weniger als im Jahr 2018. Ein Jahr zuvor waren es noch 118.914 Flüchtlinge gewesen.

„Alan Kurdi“: 32 Migranten dürfen in Italien von Bord
Sarah Zerback, ARD Rom
29.12.2019 10:12 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 28. Dezember 2019 Deutschlandfunk um 23:00 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau am 29. Dezember 2019 um 01:39 Uhr.

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