Al-Kunun bei ihrer Ankunft in Toronto | Bildquelle: REUTERS

Geflohene Saudi-Araberin Endlich in Kanada

Stand: 12.01.2019 20:35 Uhr

Per Twitter machte die junge Saudi-Araberin al-Kunun auf ihr Schicksal aufmerksam - nach eigener Auskunft war sie vor Gewalt in ihrer Familie geflohen. Nun ist sie in Kanada eingetroffen, wo sie Asyl erhalten soll.

Nach der verhinderten Abschiebung in ihre Heimat ist die Saudi-Araberin Rahaf Mohammed al-Kunun in Kanada angekommen. Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland holte die junge Frau persönlich am Flughafen in Toronto ab. Kanada hatte der 18-Jährigen zuvor Asyl angeboten. Al-Kununs eigenen Angaben zufolge war sie vor ihrer Familie geflohen.

Am Flughafen posierte sie mit Baseballkappe und Jacke mit "Kanada"-Schriftzug für die wartenden Fotografen, äußerte sich aber nicht. "Sie hat eine sehr lange Reise hinter sich, sie ist erschöpft und möchte im Augenblick keine Fragen beantworten", erklärte Freeland den zahlreichen Reportern. Al-Kunun wolle aber, "dass die Kanadier sehen, dass sie gut in Kanada angekommen ist".

18-jährige Frau aus Saudi-Arabien erhält Asyl in Kanada
tagesschau 20:00 Uhr, 12.01.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Freeland lobte den Mut der jungen Frau und begrüßte sie in ihrem "neuen Zuhause". Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR dankte dem Land auf Twitter dafür, dass es "Schutz und einen langfristigen Ausweg" böte.

Neue Belastung des kanadisch-saudischen Verhältnisses?

Der Fall der jungen Frau hatte international für Aufsehen gesorgt. Al-Kunun war in der vergangenen Woche während eines Besuchs in Kuwait geflohen. Eigentlich wollte sie nach Australien. Auf dem Weg dorthin landete sie am Samstag vergangener Woche in Thailand, wo ihr die Behörden auf Bitten Saudi-Arabiens zunächst die Weiterreise verweigerten.

In Bangkok verbarrikadierte sie sich in einem Hotelzimmer am Flughafen und gab über soziale Medien an, dass sie von ihrer Familie misshandelt worden sei und ihr in ihrer Heimat der Tod drohe. Die thailändischen Behörden wollten sie zunächst zurückschicken, verzichteten dann aber darauf. Mit ihrer Twitter-Kampagne gelang es ihr, international Widerstand gegen ihre Abschiebung zu mobilisieren.

Dieses von Human Rights Watch zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt al-Kunun in einem Hotelzimmer am internationalen Flughafen in Bangkok. | Bildquelle: AP
galerie

Dieses von Human Rights Watch zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt al-Kunun in einem Hotel in Bangkok.

Die Vereinten Nationen haben die junge Frau als Flüchtling anerkannt. Sie nutzten die Gelegenheit auch, um an das Schicksal vieler anderer zu erinnern, die bei der Flucht aus politischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Gründen scheitern.

Der Fall könnte auch eine neue Belastung für das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Kanada und Saudi-Arabien bedeuten. Außenministerin Freeland hatte sich im vergangenen Jahr in einem Tweet kritisch zur Festnahme von Menschenrechtsaktivisten in dem ultra-konservativen Königreich geäußert. Riad reagierte empört und ergriff eine Reihe von Gegenmaßnahmen. Unter anderem wies Saudi-Arabien den kanadischen Botschafter aus und zog seinen Botschafter aus Ottawa zurück. Kanadas Premierminister Justin Trudeau blieb in der diplomatischen Krise aber hart.

Twitter-Konto wieder aktiviert

Inzwischen hat die Saudi-Araberin ihr Twitter-Konto auch wieder aktiviert, das sie nach Beschimpfungen und Drohungen zwischenzeitlich abgestellt hatte.

Die 18-Jährige bedankte sich auf Twitter nochmals für die Unterstützung. "Danke dafür, dass Ihr mich unterstützt und mein Leben gerettet habt", schrieb sie. "Ehrlich: Ich hätte mir diese Liebe und diese Unterstützung nie träumen lassen. Ihr seid der Funke, der mich motiviert, ein besserer Mensch zu werden."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Januar 2019 um 20:00 Uhr.

Darstellung: