IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi, Archivbild | Bildquelle: picture alliance / dpa

Nach Tod des IS-Anführers Al-Bagdadi auf hoher See bestattet

Stand: 29.10.2019 09:23 Uhr

Nach dem Tod al-Bagdadis werden weitere Details zur US-Operation bekannt. Beamten zufolge wurden die Überreste des IS-Anführers auf See bestattet. Laut US-Präsident Trump spielte ein Hund eine wichtige Rolle bei dem Einsatz.

Die sterblichen Überreste des IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi sind auf hoher See bestattet worden. Die USA hätten al-Bagdadi bei der Beisetzung religiöse Riten nach islamischem Brauch gewährt, sagten US-Beamte der Nachrichtenagentur Reuters. Genaue Angaben zum Ort und Verlauf wurden nicht bekannt. Zwei Beamte sagten, sie glauben, dass die sterbliche Überreste von einem Flugzeug aus ins Meer abgelassen wurden.

Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Mark Milley, sagte bei einer Pressekonferenz, al-Bagdadis Bestattung sei "angemessen" und "gemäß der militärischen Prozeduren und des Kriegsrechts gehandhabt worden. Es ist erledigt und abgeschlossen".

Al-Bagdadi war während des US-Angriffs in Syrien in einen Tunnel geflüchtet, wo er sich selbst in die Luft sprengte. Seine Überreste wurden nach Angaben Milleys zunächst für DNS-Tests an einen sicheren Ort gebracht. Die Tests bestätigten, dass es sich um den IS-Anführer handelte.

IS-Chef al-Bagdadi soll sich bei US-Angriff selbst getötet haben
tagesthemen 22:50 Uhr, 27.10.2019, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Gestohlene Unterwäsche half bei Identifizierung

Kurdischen Angaben zufolge war al-Bagdadi im Vorfeld der Aktion anhand von DNS an seiner Unterwäsche eindeutig identifiziert worden. Ein Geheimagent der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) habe die Unterwäsche vor dem Einsatz entwendet, erklärte Polat Can, ein ranghoher Vertreter der SDF, auf Twitter.

Demnach arbeiteten die SDF seit Mitte Mai mit dem US-Geheimdienst CIA zusammen, um al-Bagdadi aufzuspüren und zu überwachen. Der IS-Chef habe seinen Aufenthaltsort sehr oft gewechselt, schrieb Can. Dem SDF-Agenten sei es gelungen, mit al-Bagdadi in Kontakt zu treten.

Dass es zu dem US-Einsatz in Syrien gekommen sei, sei größtenteils das Ergebnis der SDF-Geheimdienstarbeit, schrieb Can. Die Anfang Oktober eingeleitete türkische Offensive in Nordsyrien habe die Operation verzögert. 

Höchstes Lob für verletzten Hund

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag den Tod des IS-Anführers bei einem Angriff im Nordwesten Syriens bekanntgegeben. Trump dankte in seiner Ansprache den syrisch-kurdischen Streitkräften "für eine gewisse Unterstützung", nannte jedoch keine Details.

An dem Einsatz war auch ein Hund der US-Armee beteiligt. Er wurde verletzt. Der Präsident veröffentlichte ein Foto des Tieres auf Twitter. Der "wunderbare Hund" habe einen "großartigen Job" gemacht, schrieb Trump. Ihm sei es mit zu verdanken, dass kein amerikanischer Soldat verwundet wurde. Der Name des Hundes werde nicht genannt.

Generalstabschef Milley betonte, dass der Hund Teil einer Spezialeinheit sei und ein gewisses Maß an Anonymität benötige, während er geheime Missionen ausführe. Er sei aber auf dem Weg der Genesung und bereits wieder im Dienst. Vielleicht werde man seine Identität und seine Geschichte veröffentlichen, wenn er einiges Tages in Pension gehe. So hatte man es auch mit Cairo gemacht, dem Hund, der Barack Obamas Truppen half, Osama bin Laden zu töten.

Esper will weiter gegen IS kämpfen

US-Verteidigungsminister Mark Esper betonte nach der Operation, der Kampf gegen den IS in Syrien sei trotz des Todes von al-Bagdadi noch nicht zu Ende. Der Auftrag der US-amerikanischen Truppen sei heute der gleiche wie 2014, sagte Esper. Es gehe darum, den IS dauerhaft zu besiegen. Auch wenn inzwischen weniger amerikanische Soldaten in der Region stationiert seien, würden die verbliebenen gegen Terrorismus kämpfen. Dies geschehe in engem Kontakt mit den SDF.

Dass amerikanische Soldaten innerhalb von Syrien verlegt worden seien, passe zu dieser Strategie, so Esper. Die Amerikaner seien nicht dazu da, die Grenze zwischen Syrien und der Türkei zu bewachen. Die Ölfelder zu sichern, sei die wichtigere Aufgabe. Dies zum einen darum, weil sich der IS in der Vergangenheit mit Öl aus diesen Quellen finanziert hatte, und zum anderen, weil sie jetzt eine wichtige strategische Rolle im Kampf gegen den IS hätten, und den Demokratischen Kräften dienten.

Esper warnte alle, die einen Blick auf diese Ölquellen geworfen haben. "Wir werden mit überwältigender militärischer Macht gegen jede Gruppe vorgehen, die die Sicherheit unserer Truppen bedroht."

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. Oktober 2019 um 22:50 Uhr.

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