Internationale Aids Konferenz in Amsterdam.

Welt-Aids-Konferenz 2018 Warnung vor gefährlicher Trägheit

Stand: 23.07.2018 05:00 Uhr

37 Millionen HIV-Infizierte weltweit, viele Neuinfektionen in Osteuropa: Experten warnen davor, im Kampf gegen Aids nachzulassen. Was zu tun ist, darüber berät die Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam.

Von Jeanne Turczynski, BR, zzt. Amsterdam

Welt-Aids-Konferenzen sind immer eine bunte Mischung. Hier treffen sich Aktivisten, Betroffene, Politiker und Forscher. Viele reisen bereits am Wochenende zuvor an, um die anstehenden Themen zu vertiefen - unter ihnen dieses Jahr auch Timothy Brown, der legendäre "Berliner Patient", der als einzig tatsächlich jemals geheilter HIV-Infizierter gilt. Behandelt wurde er mit einer Stammzelltherapie 2007 in Berlin, wo er damals lebte.

"Es geht mit gut, danke. Ich bekomme nicht mal Erkältungen, manchmal Allergien", versichert Brown.

Forschungen zu neuen Test- und Schutzmöglichkeiten
tagesschau 17:00 Uhr, 23.07.2018, Moritz Stadler, WDR

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Gedenken an getötete Aids-Forscher

In diesem Jahr allerdings wird die Konferenz auch von den Erinnerungen an die dramatischen Ereignisse vor vier Jahren geprägt. Am 17. Juli 2014 wurde Flug MH17 über der Ukraine abgeschossen. Mit an Bord waren sechs Forscher, die von Amsterdam auf dem Weg zur Welt-Aids-Konferenz nach Melbourne wollten, unter ihnen der Niederländer Joep Lange.

Melbourne stand unter Schock. Francoise Barré-Sinoussi, damals Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft, sagte bei der Eröffnung der Konferenz in Melbourne: "In der nächsten Minute soll unser Schweigen stehen für unsere Trauer und unsere Solidarität. Wir widmen die Konferenz ihnen."

Die australische Aids-Forscherin Sharon Lewin erinnert sich in Amsterdam nachdenklich an die Ereignisse. Allerdings, sagt sie, sei Joep Langes Arbeit nicht umsonst gewesen: "Einerseits sind es traurige Erinnerungen. Aber kurz nach Joeps Tod wurde ein Institut mit seinem Namen gegründet, und bis heute machen die eine fantastische Arbeit."

Experten mahnen zu weiterem Kampf gegen HIV

Und so wird sich diese Konferenz neben dem Gedenken an den prominenten Forscher auch den aktuellen Themen zuwenden. Die Zeiten der ganz großen Schritte in der Aids-Forschung sind zwar vorbei. Im Jahr 1996 etwa wurden die ersten nebenwirkungsärmeren Medikamente auf der Konferenz im kanadischen Vancouver vorgestellt - ein Segen für die Infizierten. Im Jahr 2000 im südafrikanischen Durban stellte Nelson Mandela sich lautstark gegen die kruden Thesen seines Nachfolgers Thabo Mbeki, wonach Aids nichts mit einem Virus zu tun habe. "Heute geht es darum, im Kampf gegen HIV nicht nachzulassen", sagt Holger Wicht von der Deutschen Aidshilfe.

Es gibt einen großen Gemeinschaftsgeist mit der Frage: Was können wir tun, um gegen HIV noch erfolgreicher zu sein?

Situation in Osteuropa besonders dramatisch

Das Motto: Grenzen einreißen, Brücken bauen. Immer noch sind weltweit etwa 37 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Nach Angaben von UNAIDS haben nur zwei Drittel von ihnen Zugang zu HIV-Medikamenten. Um allerdings die Krankheit tatsächlich einzudämmen, müssten 90 Prozent mit Medikamenten behandelt werden.

Besonders dramatisch ist die Situation in Osteuropa, vor allem in Russland. Dort sind inzwischen schätzungsweise eine Million Menschen infiziert - und stündlich kommen zehn hinzu. "Es gibt sehr starke Infektionszahlen in Osteuropa, und ich hoffe sehr, dass von der Konferenz ein Signal ausgeht, dass die erfolgreichen Methoden auch überall angewendet werden", sagt Wicht.

Ein Ziel der Konferenz ist es, die Menschenrechte für alle Risikogruppen einzufordern - und zwar weltweit. Dazu gehört auch, dass Regierungen ihre finanziellen Versprechen einhalten, um Therapien und Präventionsmaßnahmen zu unterstützen. Auch im vergangenen Jahr, so der Hinweis von UNAIDS, seien nicht alle zugesagten Mittel geflossen.

Welt-Aids-Konferenz: Amsterdam bereitet sich vor
Jeanne Turczynski, BR, zzt. Amsterdam
23.07.2018 00:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Juli 2018 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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