Eine Frau sitzt bei Bandar Beyla im Nordosten der autonomen Region Puntland, Somalia, neben zwei abgemagerten Ziegen. (08. März 2017) | Bildquelle: dpa

Hungersnot in Afrika "Zuerst verenden die Tiere ..."

Stand: 23.03.2017 04:14 Uhr

Viele Menschen in Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen fühlen sich vergessen. Die Hungerkrisen dort verschärfen sich, internationale Hilfe gibt es nur wenig. In vielen Flüchtlingslagern musste die Nahrungsmittelhilfe sogar gekürzt werden.

Von Shafagh Laghai, ARD-Studio Nairobi

Eigentlich sollte zu dieser Jahreszeit schon längst der Regen gefallen sein, sagt Ahmed Khadar. Doch der Himmel über Somalia ist strahlend blau - ohne ein Wölkchen. "Wir wissen nicht, wie wir das weiter durchstehen sollen. Seit zwei Jahren hat es hier nicht mehr geregnet", sagt er.

Khadar ist Geschäftsmann in Hargeisa, der Hauptstadt Somalilands. Er hat ein kleines Transportunternehmen, verleiht Autos. Doch zurzeit ersetzt er eigentlich die Hilfsorganisationen. Gerade befüllen er und einige seiner Mitstreiter wieder einen Tanker, der dringend benötigtes Wasser in eines der Dörfer fahren soll. Und etwas zu essen bringt. "Wir haben bisher etwa 70.000 Dollar für Nahrungsmittel und Wasser gesammelt. Das ist Geld, was jede Familie hier zusammenkratzt. Von den internationalen Organisationen kommt sehr wenig Hilfe. Ich weiß nicht, warum das so ist."

Hilfe in der Hungerkatastrophe
tagesschau 12:00 Uhr, 23.03.2017, Shafagh Laghai, ARD Nairobi

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Schlicht und einfach den Hungertod"

Dabei wäre Hilfe dringend nötig. Die Welt steht vor der größten humanitären Katastrophe seit 1945. Mit diesem dramatischen Appell hatte sich der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Stephen O'Brien, vergangene Woche an die internationale Gemeinschaft gewandt. Rund 20 Millionen Menschen in den vier Krisenstaaten Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen drohe der Hungertod. Die Vereinten Nationen würden bis Mitte dieses Jahres 4,4 Milliarden Dollar benötigen, um das Schlimmste zu verhindern. "Ansonsten werden die Menschen dort schlicht und einfach den Hungertod sterben."

Shafagh Laghai, ARD Nairobi, zur Hungersnot in Afrika
tagesschau24 11:00 Uhr, 23.03.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Doch das nötige Geld kommt nicht zusammen. Das läge auch daran, dass mehrere große Hungerkrisen gleichzeitig zu bewältigen seien - zusätzlich zu anderen Krisen und Konflikten. Im laufenden Jahr haben die UN gerade mal sieben Prozent der geforderten Spenden erhalten.

Nahrungsmittelhilfen gekürzt

Für die Bedürftigen bedeutet weniger Geld weniger Hilfe. In vielen Flüchtlingslagern musste die Nahrungsmittelhilfe bereits gekürzt werden. In einer Verteilstation in einem entlegenen Dorf in Somaliland kam es zu Tumulten unter den hungrigen und durstigen Menschen. Weil sie wussten, dass die Reissäcke nicht für alle ausreichen werden. Weil viele von ihnen ein krankes, manche sogar ein sterbendes Kind in den Armen hielten.

Wenn weiter gekürzt wird, dann könnten schwer zugängliche Gebiete in Krisenregionen sogar komplett von der Hilfe abgeschnitten werden, befürchten Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.

Die Gründe für die Hungersnöte sind vielfältig. Zum einen gibt es die klimatischen Gründe, die Regenausfälle, die Dürre. Nirgendwo sonst sind die Folgen des Klimawandels so sichtbar wie in der Sahelzone. Weite Teile sind versteppt, Nahrungsmittel werden knapper, Konflikte um sie häufiger. Diese Herausforderungen wären aber auch in Afrika lösbar. Wären da nicht die Kriege, die Terrorgruppen und die korrupten Eliten.

In Somalia beispielsweise herrschen seit fast 30 Jahren Krieg und Terror. Eine funktionierende Regierung konnte sich hier nie entwickeln, geschweige denn eine starke Wirtschaft. Ein Großteil der Bevölkerung lebt seit jeher von der Viehzucht. Durch die Dürre sterben nun die Tiere. Und die Menschen wissen: Wenn die Tiere sterben, dauert es nicht mehr lange bis die Menschen folgen.

Keine Hilfe von der Regierung

Ähnlich sieht es im Südsudan, im Jemen oder im Norden Nigerias aus. Und die Regierungen selbst können entweder nicht helfen, oder sie wollen es nicht. Den Politikern im Südsudan beispielweise scheint mehr an ihrem Machterhalt gelegen als an der Bevölkerung.

Was ihre Regierungen nicht leisten, versuchen Menschen wie Ahmed Khadir aufzufangen. "Doch unsere Mittel sind für eine Katastrophe von diesem Ausmaß nicht ausreichend", so Khadir. "Ich kann nicht in Worte fassen, wie es sich anfühlt, die kleinen, abgemagerten Kinder zu sehen. Sowas kann man nicht in Worte fassen", sagt er und schweigt.

Dann fügt er hinzu: "Wir hoffen, dass die Außenwelt unsere Not sieht, endlich reagiert und endlich hilft."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. März 2017 um 12:00 Uhr.

Darstellung: