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Spiel in Kamerun Massenpanik mit Toten bei Afrika-Cup

Stand: 25.01.2022 06:56 Uhr

Wegen Corona waren beim Afrika-Cup in Kamerun für das Achtelfinale weniger Zuschauer zugelassen. Doch weil offenbar zu viele Menschen ins Stadion wollten und Ordner die Tore schlossen, kam es zu einer Massenpanik. Es gab mehrere Tote.

Der erste Afrika-Cup in Kamerun seit 50 Jahren ist von einer Massenpanik mit mehreren Toten überschattet worden. Wie die Nachrichtenagentur AP am Montagabend unter Berufung auf den regionalen Gouverneur Naseri Paul Biya berichtete, seien rund um den Einzug des Gastgebers ins Viertelfinale mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Es könne weitere Tote gegeben haben.

"Wir sind nicht in der Lage, ihnen die Gesamtzahl der Opfer zu geben", sagte er. Mindestens 40 Personen seien verletzt worden. Ausgelöst worden sein soll die Panik vor der Partie gegen die Komoren im Stade d'Olembé in der Hauptstadt Jaunde, weil viele Menschen nicht ins Stadion kamen.

Stadion fasst eigentlich 60.000 Fans

Laut Zeugen schlossen Ordner die Eingangstore zum Stadion. Auf Fotos ist zu sehen, wie mehrere Menschen - auch Kinder - am Boden liegen und andere versuchen, ihnen offenbar Hilfe zu leisten. Den Angaben zufolge sollen 50.000 Menschen versucht haben, sich das Spiel von Kamerun gegen die Komoren anzusehen. Ins Stadion passen 60.000 Besucher, wegen der Corona-Vorgaben durften aber nur 80 Prozent der Plätze, also 48.000 gefüllt werden.

Kameruns Gesundheitsminister Manaouda Malachie veröffentlichte auf Twitter Bilder, die ihn beim Besuch eines Krankenhauses zeigen, in dem die Verletzten behandelt werden. "Es wird alles getan, um sie kostenlos zu versorgen und ihnen die beste Unterstützung zukommen zu lassen", schrieb er dazu.

Für Kamerun stand auch Bundesliga-Profi Eric-Maxim Choupo-Moting vom FC Bayern München auf dem Platz. Der afrikanische Fußballverband CAF teilte mit, man sei über den Vorfall informiert und sammle weitere Informationen. Man sei im Austausch mit der Regierung Kameruns und dem lokalen Organisationskomitee.

Früher schon Sicherheitsbedenken

Kamerun ist nach 1972 erst zum zweiten Mal Gastgeber des Afrika-Cups. Schon 2019 sollte das Land in der Mitte des Kontinents Gastgeber sein, bekam das Turnier aber wieder entzogen, weil es Bedenken gab, die Stadien würden nicht geeignet sein. Ägypten richtete das Gegenstück zur Europameisterschaft damals aus.

Bei der Partie Kamerun gegen die Komoren, die um 20 Uhr gestartet war, hatte es zunächst keine Informationen über einen Zwischenfall gegeben. Es endete 2:1.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Januar 2022 um 05:00 Uhr in den Nachrichten.