Geschädigter Wald in Afrika | Bildquelle: dpa

Afrikanischer Kontinent Nirgendwo wird mehr Wald gerodet

Stand: 21.07.2020 15:30 Uhr

Afrikas Wälder werden am stärksten abgeholzt. Hauptgrund: Immer mehr Menschen brauchen Flächen für ihre Landwirtschaft. Damit hat der afrikanische Kontinent Südamerika überholt.

Den größten Verlust an Wald gab es im zurückliegenden Jahrzehnt in Afrika. Laut UN-Landwirtschaftsbehörde FAO hat der Kontinent bei der Gesamtfläche der jährlichen Entwaldung Südamerika überholt. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 war in Südamerika noch doppelt so viel Wald verschwunden wie in Afrika.

Zwischen 2010 und 2020 hat sich das Blatt dann gewendet: In Afrika gingen jährlich im Schnitt fast vier Millionen Hektar Waldfläche verloren, während es in Südamerika gut zweieinhalb Millionen Hektar pro Jahr waren.

Holz ist ein begehrter Rohstoff

Hauptgründe der Abholzung auf dem afrikanischen Kontinent sind nach Angaben der FAO das hohe Wachstum der Bevölkerung und das Bedürfnis kleiner Bauern, sich mit der Rodung von Wald ihre Existenzgrundlagen zu sichern. "Mehr als 90 Prozent der Abholzung findet in den Tropen statt", heißt es in der Auswertung.

Der Rückgang in Südamerika ist laut UN-Agrarbehörde vor allem in Brasilien erzielt worden, insbesondere zwischen 2010 und 2015. Doch auch andere Länder dort hätten die Entwaldung eingedämmt. Allerdings wird seit dem Amtsantritt des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro in Brasilien wieder zunehmend Waldfläche vernichtet.

FAO macht Daten und Fakten öffentlich

Die aktuellen Zahlen gehen zurück auf eine Sonderauswertung ihres diesjährigen Waldzustandsberichtes. Hierfür hat die FAO Daten und Fakten, die bereits seit Mai vorliegen, grafisch aufgearbeitet und öffentlich zugänglich gemacht.

Laut Vereinten Nationen verschwinden jedes Jahr rund zehn Millionen Hektar Wald von der Erde. Allerdings hat sich die Geschwindigkeit der Entwaldung auf die Welt bezogen verlangsamt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Juli 2020 um 16:15 Uhr.

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