Ashraf Ghani, amtierender Präsident von Afghanistan und erneuter Präsidentschaftskandidat, hält eine Rede im Rahmen des Wahlkampfes.  | Bildquelle: dpa

Blick auf die Kandidaten Wer wird Afghanistans nächster Präsident?

Stand: 27.09.2019 01:07 Uhr

Afghanistan wählt am Samstag einen neuen Präsidenten. Experten gehen davon aus, dass Amtsinhaber Ghani und Regierungschef Abdullah wie bei der letzten Wahl die meisten Stimmen erhalten werden.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu Dehli

Wer wird nächster Präsident in Afghanistan? 18 Kandidaten hatten sich für die Wahl registrieren lassen. Auch wenn sich der ein oder andere inoffiziell  bereits zurück gezogen hat, steht an diesem Sonnabend noch ein breites Kandidatenfeld zur Wahl.

Mindestens 40 Jahre alt muss ein Bewerber sein und Muslim, um Präsident der Islamischen Republik Afghanistan werden zu können.

Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass Amtsinhaber Ashraf Ghani und Regierungschef Abdullah Abdullah wie bei der letzten Wahl vor fünf Jahren die meisten Stimmen erhalten werden.

Das große Ziel: Frieden mit den Taliban

Frieden mit den Taliban, das haben alle Bewerber um das Präsidentenamt als Ziel vorgegeben. Amtsinhaber Ghani, der von den Gesprächen zwischen den USA und den Taliban ausgeschlossen war, will bei einer Wiederwahl den Friedensprozess wieder in Gang bringen.

"Wir waren die ersten, die einen Waffenstillstand angeboten haben. Mein Team ist fest entschlossen, Afghanistan Frieden zu bringen."

Ob mit Ghani als Präsident ein neuer Dialog mit den Taliban gelingt, ist fraglich. Der 70-jährige, der zur Volksgruppe der Paschtunen gehört und einst für die Weltbank und die Vereinten Nationen tätig war, wird von den Taliban als Marionette der USA abgelehnt.

Peter Gerhardt, ARD Neu-Delhi, zur Situation vor den Präsidentschaftswahlen in Afghanistan
tagesschau24 11:00 Uhr, 27.09.2019

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Auch der "Schlächter von Kabul" steht zur Wahl

Sein aussichtsreichster Herausforderer, Abdullah Abdullah, mit dem Ghani vor fünf Jahren eine Regierung der Einheit bildete, gehörte einst zum Umfeld des Nationalhelden und Widerstandskämpfers gegen die Taliban-Herrschaft, Ahmed Shah Massoud. Der 59-jährige hat in den vergangenen Wochen wiederholt Frieden als wichtiger bezeichnet als die Wahlen. Auch er will Afghanistan nach jahrzehntelangem Krieg und Terror Frieden bringen.

"Mein Team kommt aus dem Volk, und wir wissen, was das Volk will. Mit Gottes Hilfe werden wir das beschädigte Schiff Afghanistan in ruhigere Gewässer führen."

Ebenfalls im Rennen, wenn auch mit geringer Aussicht auf Erfolg, ist Gulbuddin Hekmatyar, der einstige Warlord mit dem Beinamen "Schlächter von Kabul". Er kämpfte in den 80er Jahren gegen die sowjetischen Besatzer und soll während des langjährigen Bürgerkriegs Kriegsverbrechen begangen haben. 2016 wurde er rehabilitiert und kehrte auf die politische Bühne zurück. Durch seine Kontakte mit den Taliban sieht er sich als am besten geeignet, dem Land Frieden zu bringen.

"Es gibt die Möglichkeit einer Einigung zwischen uns und den Taliban. Wir sind gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass wir einen Strich unter die Vergangenheit ziehen und die Tür in eine neue Richtung öffnen sollten."

Sollte bei der Wahl am Sonnabend keiner der Kandidaten mindestens 51 Prozent erreichen, gibt es voraussichtlich Ende Oktober eine Stichwahl. Das endgültige Ergebnis soll am 7. November vorliegen - Inshallah, wie man in Afghanistan sagt, so Gott will.

Afghanistans Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
27.09.2019 06:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. September 2019 um 05:17 Uhr.

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