Das von einem Fernsehsender ERITV zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt die Ankunft von Abiy Ahmed (rechts), Ministerpräsident von Äthiopien, der von Isaias Afwerki, Präsident von Eritreas, am Flughafen in Asmara. | Bildquelle: dpa

Nach jahrzehntelanger Feindschaft Äthiopien und Eritrea nehmen Beziehung auf

Stand: 08.07.2018 21:27 Uhr

Die Grenzen sollen geöffnet werden: Äthiopien und Eritrea nehmen wieder diplomatische Beziehungen auf. Ende der neunziger Jahre hatten die beiden verfeindeten Staaten ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen.

Nach jahrzehntelanger Feindseligkeit haben Äthiopien und Eritrea die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart. Das teilte der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed nach einem Treffen mit dem eritreischen Präsidenten Issaias Afwerki mit. Die beiden Nachbarstaaten im Nordosten Afrikas hatten ihre Beziehungen wegen eines erbitterten Grenzkonflikts Ende der 1990er-Jahre abgebrochen.

Botschaften und Grenzen sollen wieder geöffnet, Flugverbindungen wieder eingerichtet und Häfen wieder zugänglich gemacht werden, sagte der neue äthiopische Regierungschef nach seinen Gesprächen mit dem eritreischen Präsidenten. Zuvor hatten sich die beiden Politiker bei ihrer Begrüßung in Asmara umarmt - eine vor kurzem noch undenkbare Geste.

Das von dem Fernsehsender ERITV zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt die Ankunft von Abiy Ahmed (hinten, Mitte), Ministerpräsident von Äthiopien, der von Isaias Afwerki, Präsident von Eritreas, am Flughafen in Asmara Willkommen geheißen wird. | Bildquelle: dpa
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Ein bis vor kurzem undenkbares Bild: Abiy Ahmed (hinten, Mitte), Ministerpräsident von Äthiopien, wird von Isaias Afwerki, Präsident von Eritreas, umarmt.

Versprechen eingelöst

Abiy hatte im April in seiner Antrittsrede versprochen, mit Eritrea zu einer Friedenslösung zu kommen. Anfang Juni hatte er angekündigt, den Beschluss einer von der UN unterstützten internationalen Schiedskommission über den Grenzverlauf aus dem Jahr 2002 "vollständig" umzusetzen. Äthiopien werde sich aus umstrittenen Gebieten zurückziehen. Ende Juni traf dann eine ranghohe Delegation aus Eritrea zu Verhandlungen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ein. 

Eritrea hatte sich Anfang der 1990er-Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt. Das weit größere Äthiopien verlor dadurch den direkten Zugang zum Roten Meer. Wegen des Konflikts führten die beiden Länder am Horn von Afrika von 1998 bis 2000 einen Krieg gegeneinander, in dem rund 80.000 Menschen getötet wurden.

In der Waffenstillstandsvereinbarung vom Dezember 2000 einigten sie sich darauf, den Verlauf der tausend Kilometer langen gemeinsamen Grenze von einer internationalen Kommission bestimmen zu lassen. Die Spannungen dauerten aber wegen der Weigerung Äthiopiens an, den Schiedsspruch von 2002 zu akzeptieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Juli 2018 um 21:00 Uhr.

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