Proteste in Kairo am Wochenende  | Bildquelle: dpa

Nach Protesten gegen Regierung Zahlreiche Festnahmen nach Demos in Ägypten

Stand: 25.09.2019 16:56 Uhr

Als Reaktion auf die Proteste gegen die Regierung in Ägypten hat es offenbar zahlreiche Verhaftungen gegeben. Menschenrechtsorganisationen sprechen von mindestens 1000 Festnahmen seit Freitag.

Nach den Protesten gegen Präsident Abdel Fattah al-Sisi haben die ägyptische Behörden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als tausend Menschen festgenommen. Das Ägyptische Zentrum für Freiheiten und Rechte teilte mit, seit Freitag habe es insgesamt 1003 Festnahmen gegeben. Das Ägyptische Zentrum für wirtschaftliche und soziale Rechte sprach sogar von 1298 Festnahmen. Von offizieller Seite gab es für diese Angaben zunächst keine Bestätigung.

Bei für Ägypten seltenen Protestaktionen hatten am Freitag und Samstag Hunderte Menschen den Rücktritt von Staatschef al-Sisi gefordert. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, die teils Tränengas gegen die Demonstranten einsetzte.

Proteste in Kairo am Wochenende (Archiv) | Bildquelle: dpa
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Als Reaktion auf die Proteste in Kairo am Wochenende sollen mindestens 1000 Menschen festgenommen worden sein. (Archiv)

Unter den Inhaftierten sind demnach auch zwei Professoren, die als Kritiker der ägyptischen Regierung bekannt sind. Nach Angaben von Angehörigen und Anwälten wurden die Professoren Hasem Hosni und Hassan Nafaa festgenommen, die an der Universität Kairo lehren.

Bundesregierung besorgt

Die Bundesregierung äußerte sich besorgt über die Festnahmen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts forderte die ägyptischen Behörden auf, bei den Festnahmen rechtsstaatliche Maßstäbe zu beachten und alle Inhaftierten, denen kein Vorwurf gemacht werden könne, umgehend wieder freizulassen. Die "zunehmende Unterdrückung der Zivilgesellschaft und der freien Presse" in Ägypten werde nicht zu einer Stabilisierung des Landes beitragen, sondern im Gegenteil zu Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus" führen, fügte der Sprecher hinzu.

In Kairo und anderen ägyptischen Städten waren ab Freitagabend hunderte Demonstranten auf die Straße gegangen. Dutzende versammelten sich in der Hauptstadt auch auf dem symbolträchtigen Tahrir-Platz. Dieser war 2011 Schauplatz wochenlanger Massenproteste, die den Langzeitherrscher Husni Mubarak aus dem Amt vertrieben hatten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. September 2019 um 17:00 Uhr.

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