ISS | Bildquelle: REUTERS

20 Jahre ISS Schwebende Laptops und 80er-Jahre-Chips

Stand: 20.11.2018 05:10 Uhr

Mit Computern, die schon damals alt waren, startete vor 20 Jahren das erste Modul der Internationalen Raumstation. Heute arbeitet dort ein Mix aus museumsreifer und futuristischer Technik.

Von Yvonne Maier, BR

"Die komplexeste, wertvollste und unwahrscheinlichste Maschine, die die Menschheit jemals gebaut hat", schreibt der deutsche Astronaut und aktuelle ISS-Kommandant Alexander Gerst über seinen derzeitigen Wohn- und Arbeitsort via Kurznachrichtendienst Twitter.

Vor 20 Jahren, am 20. November 1998, startete das erste Modul der Internationalen Raumstation (ISS)in die Umlaufbahn, gebaut in Russland, finanziert von den USA. Es heißt "Zarja", liefert mit seinen Sonnensegeln Energie und übernimmt mit seinen Triebwerken auch die Lage-Regelung. Mit an Bord der ISS: Computer mit Intel Chips aus den frühen 1980er-Jahren. Schon damals waren sie alt.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst schwebt in der ISS | Bildquelle: dpa
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Der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der ISS.

Nur Bewährtes darf auf die Internationale Raumstation

Das ist typisch für die Raumfahrt: In sensiblen Bereichen setzen die Ingenieure nur bewährte, sicher laufende Technik ein, die vorher auch ausgiebig getestet worden ist. Nicht auszudenken, wenn dort oben auf der ISS lebenswichtige Computerchips ausfallen würden! Einige der Systeme wurden in den vergangenen 20 Jahren auf einen neueren Intel Pentium Prozessor aktualisiert. Aber auch der ist mittlerweile 23 Jahre alt, also immer noch älter als die ISS selbst.

Für die Astronauten und die Raumfahrtagenturen ist das aber kein Problem. Die meisten Berechnungen zum Beispiel für die Flugbahn oder Andockmanöver an die Raumstation werden ohnehin auf der Erde durchgeführt.  

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Viele Betriebssysteme und eigenes WLAN

Die bordeigenen Computersysteme sind nicht die einzigen Rechner an Bord. Hundert Laptops schweben in der Internationalen Raumstation herum. Schon 1998 flog der erste von ihnen mit hinauf. Die Laptops können flexibel ausgetauscht werden - und sind mit aktuellen und auch unterschiedlichen Betriebssystemen ausgestattet: Windows, Linux und sogar mit dem OS-System von Apple.

Die Astronauten und Kosmonauten an Bord nutzen die verschiedenen Laptops für die wissenschaftlichen Experimente, aber auch, um den Alltag auf der Station zu bewältigen. Sie schreiben damit - ganz wie wir auf der Erde - ihre E-Mails, schauen Filme an oder telefonieren per Video-Schalte mit Freunden und Angehörigen. Mittlerweile ist das ISS-eigene WLAN auch ganz passabel, hat einen ähnlichen Datendurchsatz wie eine irdische DSL-Leitung.

20 Laptops in Reserve

Ein Problem bekommen die Astronauten natürlich, wenn die Laptops kaputt gehen. Die sind auf der ISS verstärkt der kosmischen Strahlung ausgesetzt, was sie schneller beschädigt. Darüber hinaus laufen sie in der Regel Tag und Nacht. Die Lösung: 20 Laptops gehören zur Reserve, die Software-Wartung wird von der Erde aus erledigt und wenn ein Rechner tatsächlich ganz kaputt geht, wird er gegen einen neuen ausgetauscht.

Astronaut Alexander Gerst und Kosmonaut Sergej Prokopjew arbeiten im Inneren der ISS | Bildquelle: dpa
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Astronaut Alexander Gerst und Kosmonaut Sergej Prokopjew arbeiten auf der ISS auch mit zahlreichen Laptops.

  

Trotzdem ist die ISS kein Computer-Museum: An Bord befindet sich immer wieder auch futuristisch anmutende Technik, zum Beispiel sogenannte Augmented Reality-Brillen. Damit können die Astronauten zum Beispiel Reparaturen durchführen, in ihrem Blickfeld werden die Anweisungen dann auf die Brille projiziert.

Künstliche Intelligenz im Einsatz

Die ESA setzt mit dem Assistenzroboter CIMON erstmals eine künstliche Intelligenz auf der ISS ein. Sie soll dem deutschen Astronauten Gerst die Arbeit erleichtern, kann sprechen, auf Sprachbefehle reagieren und bewegt sich fliegend frei in der ISS herum. "Das ist ein Testbetrieb, also man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, als ob er mir Kaffee bringt und Werkzeuge", sagt Gerst.

Ein Mix aus 35 Jahre alter Hardware und futuristisch anmutender Technik - das ist die ISS. In ein Computer-Museum auf der Erde wird sie aber nie kommen. Wenn ihre Lebenszeit abgelaufen ist, wird sie, wie schon die russische Raumstation MIR, im Pazifik kontrolliert abstürzen.

Die ISS wird 20 - Was Alexander Gerst auf der Raumstation erlebt hat
Markus Sambale, ARD Moskau
20.11.2018 06:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. November 2018 um 06:50 Uhr.

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