Streit um Lebensmittelimporte Mit dem Brexit droht ein "Wurstkrieg"

Stand: 30.11.2020 12:29 Uhr

Die Regierung in London will den Import deutscher Bratwürste blockieren, falls Brüssel die britische "Sausage" in der Europäischen Union nicht mehr zulässt. Medien sprechen schon vom "Wurstkrieg".

Bei den Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien geht es jetzt um die Wurst - im wahrsten Sinne des Wortes. Brüssel will die Ausfuhr britischer Würste nach Nordirland verbieten, weil sie nicht den EU-Lebensmittelregeln entsprechen. Nur bei 18 Grad tiefgefrorene Würste und Fleischprodukte dürfen demnach importiert werden.

Betroffen wäre davon vor allem die irische Fleischwirtschaft. Sie exportiert über 300.000 Tonnen Schweine-, Rind-, Lamm- und Geflügel-Fleisch im Wert von 1,3 Milliarden Euro ins Vereinigte Königreich. Irlands Landwirtschaftsminister Charlie McConalogue zeigt sich besorgt.

Boris Johnson verärgert

Es geht (auch) um die Wurst
galerie

Beliebt auf beiden Seiten des Ärmelkanals: Wurst, hier mit Senf im Brötchen

Die Regierung von Premierminister Boris Johnson reagierte verärgert auf die Drohungen aus Brüssel. Sollte die EU tatsächlich keine "British Sausage" mehr erlauben, würde Großbritannien auch keine deutsche Bratwürste und keine italienische Mortadella auf die Insel lassen. Medien wie der "Daily Express" berichten vom "Brexit sausage war".

Tatsächlich wäre Großbritannien im Falle eines ungeordneten Austritt aus der EU ohne Handelsabkommen ab 2021 ein "Drittstaat". In Nordirland hingegen würde weiter das EU-Lebensmittelrecht gelten.

Die Kontintentaleuropäer dürften die Einfuhrbeschränkungen für die "British Sausage" verschmerzen können. Der Appetit auf die britischen Würste ist nicht besonders groß. "The German Bratwurst" gilt in Großbritannien dagegen als beliebter Importartikel aus der Europäischen Union.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtet der SWR am 16. Dezember 2020 um 21:00 Uhr.

Darstellung: