Das "Wirecard"-Logo auf dem Gebäude des Firmensitzes in Aschheim bei München | Bildquelle: LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/REX/S

Bilanzskandal Weiterer Wirecard-Manager stellt sich

Stand: 06.07.2020 20:05 Uhr

Im Bilanzskandal um den insolventen DAX-Konzern Wirecard hat die Staatsanwaltschaft München einen weiteren Spitzenmanager verhaftet. Wo Ex-Vorstand Marsalek steckt, bleibt aber weiterhin ein Rätsel.

Der Chef einer Wirecard-Tochter aus Dubai ist in München verhaftet worden, teilte die Staatsanwaltschaft in der bayerischen Landeshauptstadt mit.

Ihm würden besonders schwerer gemeinschaftlicher Betrug sowie Beihilfe zu anderen Straftaten vorgeworfen. Schwerer Betrug kann mit zehn Jahren Gefängnis bestraft werden.

Der Mann arbeitete nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher als Leiter der Wirecard-Tochter Cardsystems Middle East. Die Konzerntochter in den Vereinigten Arabischen Emiraten spielte eine wichtige Rolle im Asiengeschäft des pleite gegangenen Konzerns. Die Strafverfolger befürchteten, dass der Manager Beweismittel beiseite schaffen oder Zeugen beeinflussen könnte.

Er ist nicht der einzige Wirecard-Manager, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Marktmanipulation, Bilanzfälschung, Betrug und Untreue ermittelt.

Reformpläne als Konsequenz des Wirecard-Skandals
tagesschau 20:00 Uhr, 06.07.2020, Tom Schneider, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Dubai-Manager bleibt in Untersuchungshaft

Bereits am 22. Juni hatte sich Markus Braun nach seinem Rücktritt als Vorstandsvorsitzender gestellt. Wegen Fluchtgefahr wollte die Staatsanwaltschaft den Österreicher eigentlich in Untersuchungshaft behalten. Doch er kam gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro frei. Braun muss sich jede Woche bei der Polizei melden.

Anders als bei ihm ordnete das Amtsgericht München bei dem nun festgenommenen Manager aus Dubai eine Fortdauer der Untersuchungshaft an.

Wohin allerdings Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek geflüchtet ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Einwanderungsbeamte auf den Philippinen offensichtlich Daten professionell gefälscht haben, um seine Einreise vorzutäuschen.

Dies hatten Aufnahmen von Überwachungskameras, Passagierlisten und anderem Material ergeben.

Scholz kündigt Änderungen bei Finanzaufsicht an

Als Konsequenz aus dem Bilanzskandal um den insolventen DAX-Konzern Wirecard hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz Änderungen bei der Finanzaufsicht angekündigt.

Es sei jetzt die Aufgabe des Gesetzgebers, "die Schutzmechanismen zu überprüfen und zu verbessern", sagte der SPD-Politiker. "Niemand sollte bloß die Luft anhalten und hoffen, dass nichts passiert. Wir müssen in allen Bereichen klären, was schief gelaufen ist."

Wirecard hat eingestanden, dass in der Jahresbilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen und das Geld bei zwei philippinischen Banken vermutlich gar nicht existiert. Der Börsenkurs des DAX-Konzerns stürzte ab, das Unternehmen meldete Insolvenz an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Juli 2020 um 20:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: