Das Logo von VW auf einem schwarzen Lenkrad | Bildquelle: AFP

Diesel-Skandal Experten sehen VW-Angebote skeptisch

Stand: 18.10.2018 16:20 Uhr

Um Fahrverbote in Großstädten zu vermeiden, will Volkswagen alte Diesel gegen Rabatte zurücknehmen und verschrotten. Experten sehen darin lediglich ein Konjukturprogramm für das Unternehmen.

Experten äußerten sich skeptisch über das Angebot von Volkswagen, Prämien für alte Dieselautos zu zahlen. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer bezeichnetet das Angebot als Konjunkturprogramm. Dies passe in die Zeit, so der Leiter des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Volkswagen versuche, den Verkaufsrückgang aufzufangen.

Auch der Auto-Experte Stefan Bratzel beurteilt das Angebot von Volkswagen mit Skepsis. "Das hilft denen, die ohnehin einen Neuwagen kaufen wollten und es sich leisten können", sagte der Direktor des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach.

Kritik an VW-Rückkauf-Prämie für Diesel
tagesschau 20:00 Uhr, 18.10.2018, Rüdiger Strauch, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Forderung nach Hardware-Nachrüstung

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, kritisierte ein "irres Verständnis von Langlebigkeit". Resch sprach angesichts der geplanten Rabatte von "Einwegautos", die nur noch für die Geltungsdauer einer Abgasnorm hielten. Im Falle einer beschädigten Bremse wäre völlig klar, dass nur repariert würde, sagte er. Anders im Fall Diesel: "Hier soll ein neues Auto gekauft werden." Resch erneuerte seine Forderung nach einer Hardware-Nachrüstung für die Abgasreinigung alter Diesel.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", es müsse Schluss sein mit Alibi-Vorschlägen. Auch er bezeichnete die VW-Angebote als Konjunkturprogramm für die Industrie. Alte Diesel zu verschrotten statt nachzurüsten sei ökologischer Irrsinn, sagte Hofreiter. Auch er forderte die Bundesregierung auf, die Autoindustrie zu einer kostenfreien Hardware-Nachrüstung zu zwingen.

Abwrackprämie für alte Dieselfahrzeuge

Volkswagen will mit der Verschrottungsprämie im Zuge des Abgasskandals Fahrverbote für Diesel in Großstädten verhindern und geht mit seiner Abwrackprämie für alte Dieselfahrzeuge in eine neue Runde. Besitzer von Autos der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 4 sollen erneut eine sogenannte Umweltprämie erhalten, teilte der Wolfsburger Konzern mit. Die Höhe sei abhängig vom gewählten Modell.

Details sollen die Konzernmarken bekanntgeben, darunter VW, Audi und Skoda. VW Nutzfahrzeuge teilte mit, je nach Modell einen Preisnachlass zwischen 4000 und 8000 Euro brutto zu bieten, wenn ein altes Dieselfahrzeug mit Abgasnorm bis zu Euro 4 verschrottet wird.

In der ersten Runde der Abwrackprämie von August 2017 bis Juni 2018 wurden laut VW konzernweit mehr als 210.000 alte Dieselautos aus dem Verkehr gezogen.

Thorsten Hapke, NDR, zur VW-Rückkaufprämie für alte Diesel
tagesschau24 12:00 Uhr, 18.10.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Wechselprämie im Zuge des Regierungskonzepts

Der Wolfsburger Autobauer teilte weiter mit, in den 14 Städten und Landkreisen mit besonders belasteter Luft eine sogenannte Wechselprämie anzubieten, die bei Inzahlungnahme eines Euro-4- oder Euro-5-Dieselfahrzeugs zusätzlich zum Restwert gezahlt werde. Im Zuge des Dieselkonzepts der Bundesregierung Anfang Oktober hatte VW eine Prämie von im Schnitt 4000 Euro für Dieselfahrzeuge der Schadstoffklassen Euro 1 bis 4 und von 5000 Euro für Euro-5-Modelle angekündigt.

Ein Sprecher erklärte, die Händler hätten auch künftig Spielraum, die grundsätzlich vom Listenpreis abgezogenen Nachlässe mit anderen Rabatten zu kombinieren. Damit leiste Volkswagen einen "signifikanten Beitrag" zur Verbesserung der Luftqualität, sagte Konzern-Vertriebschef Christian Dahlheim.

NDR-Auto-Experte Thorsten Hapke sieht durchaus positive Aspekte in den VW-Angeboten. Sollte zum Beispiel ein Kunde unter bestimmten Bedingungen einen geleasten Euro-5-Wagen abgeben und dafür einen neuen Euro-6-Wagen erhalten, könnte er eine niedrigere Leasing-Rate zahlen als vorher, sagte Hapke im Gespräch mit tagesschau24.

Mögliche Auswirkungen auf andere Förderungsprogramme

Dudenhöffer geht davon aus, dass ein Teil der VW-Nachlässe bei Verschrottung alter Diesel mit bisherigen Rabatten verrechnet würden. Möglich sei es, dass andere "Verkaufs-Förderungsprogramme" beschnitten werden.

Als Standard-Rabatt beim Neuwagenkauf sind laut Dudenhöffer Nachlässe von zwölf bis 15 Prozent üblich. Bei der bislang letzten sogenannten "Umtauschprämie" für schmutzige Diesel seien die übrigen Rabatte allerdings im Großen und Ganzen weiter angeboten worden.

VW-Neuwagen auf einem Parkplatz auf dem Flughafen Schönefeld bei Berlin | Bildquelle: dpa
galerie

Werden die Kunden das Angebot von VW annehmen? Auf einem Teil des Flughafens Schönefeld hat das Unternehmen viele, noch nicht zugelassene Pkw geparkt.

VCD präsentiert Auto-Umweltliste

Der Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnte vor dem Kauf neuer Dieselautos der Euro-6c-Norm und von Benzin-Direkteinspritzern ohne Partikelfilter. Diese könnten künftig von innerstädtischen Fahrverboten betroffen sein. Der VCD kritisierte vor allem die Hersteller. Diese "werfen noch immer massenhaft schmutzige und klimaschädliche Pkw auf den Markt", monierte der Verband.

Wer auch in Zukunft ohne Einschränkungen in deutschen Innenstädten Auto fahren möchte, hat nach Einschätzung des VCD die Wahl zwischen einer Reihe von Benzinern, Elektrofahrzeugen und sogar Dieselautos. Der Verein präsentierte seine diesjährige Auto-Umweltliste und stellte nun solche Autos vor, die "sauber und sparsam sind" und den neuen Abgastest WLTP erfüllen.

Die Liste sei mit 61 Modellen jedoch sehr kurz, was "das Versagen der Autoindustrie im Gesundheits- und Klimaschutz sowie in der Verbraucherinformation" zeige, so der VCD. Vor allem sei das mangelnde Engagement bei der Elektromobilität ein Problem.

Streit in der Koalition

Die Große Koalition streitet derzeit über mögliche Milliarden-Bußgelder für Autobauer. Hintergrund ist die Weigerung der Hersteller, bei möglichen technischen Nachrüstungen älterer Diesel-Autos die Kosten vollständig zu übernehmen.

Dies ist neben Kaufanreizen für sauberere Autos ein zentraler Punkt eines Maßnahmen-Pakets, auf das sich Union und SPD im Kampf gegen Fahrverbote geeinigt hatten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: