Ein Auto wird vor einem real-Supermarkt in Köln mit Einkäufen bepackt. | Bildquelle: dpa

real-Supermärkte Aus für Märkte noch vor dem Verkauf

Stand: 04.03.2020 14:16 Uhr

Trotzdem schließt die Supermarktkette real jetzt bereits sieben Filialen. Verkauft werden soll real an eine Investorengruppe. Weitere Schließungen stehen bevor.

Die Supermarktkette real hat noch vor ihrem endgültigen Verkauf an ein Investoren-Konsortium das Aus für sieben Filialen beschlossen. Rund 650 Mitarbeiter seien von den Plänen betroffen, sagte ein real-Sprecher. Gespräche über Sozialpläne würden aufgenommen.

Vier der Märkte sollen bis zum Jahresende die Pforten schließen, drei Filialen im kommenden Jahr. Außerdem gibt es rund weitere 270 Märkte, über deren Schließung noch nichts öffentlich bekannt wurde. Insgesamt sind rund 34.000 Arbeitsplätze bei real beschäftigt.

Zusicherung für zwei Jahre für 50 Märkte

Die Supermarktkette soll von den Investoren SCP Group und X+Bricks übernommen werden. Der bisherige Mutterkonzern Metro hatte den Kaufvertrag im Februar besiegelt. SCP will die aus früheren Marken wie Divi, Suma, Wertkauf und Allkauf zusammengewachsene Kette von Groß-Supermärkten faktisch zerschlagen.Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen, dann haben die Investoren freie Hand.

SCP hatte angekündigt, den Großteil der Filialen zu verkaufen. Ein Kern von rund 50 Märkten soll Unternehmensangaben zufolge über zwei Jahre weiter betrieben werden.

Gewerkschaft: 10.000 Arbeitsplätze bedroht

Die Gewerkschaft ver.di warnte erneut: Die Arbeitsplätze von rund 10.000 Beschäftigten seien bedroht. Deshalb müsse auch die Politik eingreifen, mahnte die im ver.di-Bundesvorstand für den Handel zuständige Stefanie Nutzenberger. Die Gewerkschaft befürchtet, dass letztlich auch die 50 Märkte, die die Investoren zunächst weiterbetreiben wollen, verkauft werden sollen, sagte der Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel, Orhan Akman.

Ver.di setze darauf, Sozialtarifverträge auszuhandeln. Erster Ansprechpartner sei dabei real, künftige Eigner dürften folgen. Streiks seien nur ein letztes Mittel.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Februar 2020 um 20:00 Uhr.

Darstellung: