Menschen beantragen Arbeitslosengeld in Los Angeles | Bildquelle: AP

Corona-Krise 6,65 Millionen neue Arbeitslose in den USA

Stand: 02.04.2020 15:02 Uhr

Die Coronavirus-Pandemie setzt der Wirtschaft in den USA massiv zu und treibt die Arbeitslosenzahlen in die Höhe. In der vergangenen Woche meldete sich eine Rekordzahl von knapp 6,65 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos.

Wegen der Corona-Krise in den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut dramatisch angestiegen. Ihre Zahl hat sich in der Woche bis 28. März von 3,3 Millionen auf nunmehr 6,65 Millionen etwa verdoppelt, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte.

Die Zahl der Erstanträge in der Vorwoche war bereits die höchste seit Beginn der Erfassung der Daten gewesen, nun gibt es einen neuen Rekord.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis vor wenigen Wochen hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

Öffentliches Leben steht still

Die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der USA zum Erliegen gebracht. Etwa zwei Drittel der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen nun von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen.

Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, zahllose Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen.

Bis Ende April könnten sich bis zu 20 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet haben. Die Arbeitslosenquote läge dann bei 15 Prozent liegen, deutlich höher als in der schweren Wirtschaftskrise der 80er-Jahre.

Diesmal allerdings sind die Leistungen der Arbeitslosenversicherung massiv ausgebaut worden. Jeder Arbeitslose bekommt zusätzlich zur regulären Unterstützung wöchentlich noch 600 Dollar von der US-Regierung dazu. Außerdem können sich jetzt auch Freiberufler und Selbständige arbeitslos melden, wenn sie durch die Corona-Krise keine Aufträge mehr bekommen.

Konjunkturpaket soll helfen

Mit einem Konjunkturpaket pumpt der US-Kongress rund zwei Billionen Dollar in die Wirtschaft. Mit dem Geld wurden unter anderem auch die Verbesserungen bei der Arbeitslosenhilfe finanziert. Nun soll es Arbeitgebern auch möglich sein, Angestellte für bis zu vier Monate zu beurlauben anstatt sie zu entlassen. In dieser Zeit würde der Staat für das Gehalt aufkommen.

Die Neuregelung hatte auf die jüngsten Erstanträge bis vergangenen Freitag aber wohl noch kaum Auswirkungen. Das gesamte Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie ist immer noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen aber einen dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet.

Mit Informationen von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Corona-Krise: Die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen der USA explodieren
Katrin Brand, ARD Washington
02.04.2020 15:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 02. April 2020 um 15:15 Uhr.

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