In den USA steigt die Zahl der Arbeitslosen weiter an. | Bildquelle: dpa

Corona-Krise in den USA Weitere 4,4 Millionen Menschen ohne Job

Stand: 23.04.2020 15:57 Uhr

Noch im Februar feierten die USA die niedrigste Arbeitslosenquote seit Jahrzehnten. Doch in der Corona-Krise verlieren immer mehr Menschen ihre Jobs. Innerhalb eines Monats waren es mehr als 26 Millionen.

In den USA steigen die Arbeitslosenzahlen in der Corona-Krise weiter massiv an. In der vergangenen Woche stellten 4,427 Millionen US-Bürger einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Damit haben innerhalb eines Monats mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren.

Allein in der Vorwoche hatten 5,2 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Unterstützung gestellt. Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch hin.

Experten vermuten zweistellige Arbeitslosenquote

Die Virus-Krise hat den jahrelang boomenden US-Jobmarkt jäh auf eine Talfahrt in Richtung Massenarbeitslosigkeit geschickt. Bis zum März hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen. Im März wurden bereits 701.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft abgebaut, bevor in der zweiten Monatshälfte eine große Welle an Anträgen auf Arbeitslosenhilfe ins Rollen kam.

Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote von zuletzt 3,5 Prozent bereits deutlich über zehn Prozent liegt - manche Analysten rechnen sogar mit etwa 15 Prozent. Einen genauen Wert gibt es noch nicht, weil die Statistik zuletzt nicht mit der Geschwindigkeit der Jobverluste Schritt halten konnte.

Erholung erst 2021 in Sicht?

Das Virus und die Maßnahmen zu dessen Eindämmung haben die Wirtschaftsaktivität in vielen Branchen weitgehend zum Erliegen gebracht. Die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegt Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Flüge sind massenhaft gestrichen, Veranstaltungen abgesagt. Entlassungen sind in den USA in der Regel einfacher möglich als in Deutschland.

US-Präsident Donald Trump hofft, dass eine Lockerung der wegen der Epidemie verhängten Schutzmaßnahmen die Wirtschaft wieder ankurbeln wird. Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr eine schwere Rezession erleben wird und eine Erholung erst 2021 in Sicht ist. Das kommt Trump, der im November wieder gewählt werden will, höchst ungelegen.

In den USA haben sich nach Angaben der Johns Hopkins Universität mehr als 840.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 46.000 Menschen starben. Neue Daten zur Arbeitslosenquote im März und vorläufige Zahlen für April werden erst wieder Anfang Mai veröffentlicht.

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