Leere Liegestühle an einem Strand auf der Insel Bali. | EPA

UN-Schätzung zu Corona-Folgen Billionen-Schaden für den Tourismus

Stand: 30.06.2021 14:50 Uhr

Die Corona-Einbußen für den Tourismus könnten nach UN-Angaben auf vier Billionen Dollar steigen. Wie eine aktuelle Studie zeigt, sind Entwicklungsländer besonders von den Folgen betroffen.

Die wirtschaftlichen Einbußen für den weltweiten Tourismussektor in der Corona-Pandemie könnten sich laut Schätzungen auf mehr als vier Billionen Dollar (knapp 3,4 Billionen Euro) belaufen. Das berichteten die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) und die UN-Tourismusorganisation (UNWTO) in Genf. Die schleppenden Corona-Impfkampagnen in vielen Ländern mache eine schnelle Erholung vieler Tourismusregionen zunichte. Besonders ärmere Länder seien betroffen.

Impfkampagne wichtig für einen "sicheren Neustart"

"Der Tourismus ist ein Rettungsanker für Millionen von Menschen", erklärte UNWTO-Generalsekretär Zurab Pololikashvili. Fortschritte bei der Impfkampagne und damit einen "sicheren Neustart" für den Tourismus zu ermöglichen, seien entscheidend für die Arbeitsplätze in diesem Bereich.

Im Corona-Jahr 2020 senkten die Folgen des Abschwungs in der Tourismusbranche die globale Wirtschaftsleistung um schätzungsweise 2,4 Billionen Dollar. Nach UNWTO-Angaben ist die Zahl der internationalen Touristen im Vergleich zum Vorjahr um etwa eine Milliarde zurückgegangen. Das entspricht einem Einbruch von 73 Prozent.

Große Schäden auch in diesem Jahr

Auch in diesem Jahr werden die Tourismuszahlen voraussichtlich noch um 63 bis 75 Prozent unter den Vergleichswerten vor der Pandemie liegen. Das würde zu Verlusten zwischen 1,7 und 2,4 Billionen Dollar führen - insbesondere, wenn die Impfraten in Ländern mit niedrigen Einkommen nicht schnell ansteigen. Infolgedessen litten diese Länder am meisten, während sich wohlhabende Länder mit hohen Impfraten - wie Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Großbritannien und die USA - schneller erholen.

"Im internationalen Tourismus sind wir auf dem Niveau von vor 30 Jahren, also im Grunde in den 80er-Jahren", sagte Zoritsa Urosevic von der UNWTO. "Viele Lebensgrundlagen sind wirklich bedroht." Derzeit belastet nicht nur in Europa die Ausbreitung der Delta-Variante den Neustart der Reisebranche.

Niedrige Impfraten in Entwicklungsländern

Während einige Länder bereits über 60 Prozent ihrer Bevölkerung geimpft haben, beträgt die Impfrate insbesondere in einigen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent noch weit unter einem Prozent. Die Organisationen warnten, dass "die ungleiche Verteilung von Impfstoffen die wirtschaftlichen Schäden im Tourismussektor von Entwicklungsländern" verstärke.

Die internationale Tourismusbranche dürfte dem Bericht zufolge in diesem Jahr stagnieren und sich erst 2023 vollständig erholt haben.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell im Hörfunk am 30. Juni 2021 um 14:09 Uhr.

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