US-Präsident Donald Trump | AFP

Handelsstreit mit China Neue US-Strafzölle gegen den "Freund"

Stand: 02.08.2019 05:25 Uhr

Man redet wieder direkt miteinander. Dennoch haben die USA neue Strafzölle gegen China verhängt - auf Waren im Wert von 300 Milliarden US-Dollar. Auf Twitter machte der US-Präsident Peking Vorwürfe.

Nach Wochen ohne direkte Gespräche hatten die USA und China ihre Verhandlungen über ein Handelsabkommen gerade erst wieder aufgenommen. Eine Annäherung gab es wohl aber nicht, denn die US-Regierung kündigte an, weitere chinesische Waren mit Strafzöllen zu belegen.

Auf Produkte im Wert von 300 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 270 Milliarden Euro, würden zusätzlich zehn Prozent Einfuhrabgaben erhoben, teilte US-Präsident Donald Trump auf Twitter mit. Sie sollen am 1. September in Kraft treten. Welche Waren betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Die USA hatten vor Monaten bereits auf Waren im Umfang von 250 Milliarden Dollar einen Strafzollsatz von 25 Prozent erhoben.

Positiver Dialog, aber..

Die zweitägigen Gespräche in Shanghai, die am Mittwoch beendet worden waren, nannte Trump konstruktiv. "Wir freuen uns darauf, den positiven Dialog mit China für ein umfassendes Handelsabkommen fortzusetzen", schrieb er auf Twitter.

Dort machte der US-Präsident seinem "Freund", Chinas Präsident Xi Jinping, aber auch Vorwürfe: China habe zugesagt, große Mengen an US-Landwirtschaftsprodukten zu kaufen, sei dem aber nicht nachgekommen. Auch habe China nicht - wie versprochen - den Verkauf von Fentanyl an die USA gestoppt. Das Opioid wird in den Vereinigten Staaten als Droge missbraucht und ist für Tausende Tote verantwortlich.

Im September soll weiter verhandelt werden

Die jüngste Runde ihrer Handelsgespräche beendeten China und die USA ohne sichtbare Fortschritte. Das chinesische Handelsministerium sprach von einem offenen, effizienten und intensiven Austausch. Es wurde vereinbart, die Verhandlungen Anfang September in Washington fortzusetzen. 

Seit Mai hatten die direkten Verhandlungen der beiden größten Volkswirtschaften auf Eis gelegen. Ende Juni dann hatten sich Trump und Xi am Rande des G20-Gipfels der großen Wirtschaftsnationen in Osaka in Japan auf einen "Waffenstillstand" und eine Wiederaufnahme der Gespräche geeinigt.

Trump will China bis zu einem Deal "höllenmäßig" besteuern

China verzögert nach Ansicht Trumps den Abschluss eines Handelsabkommens mit den USA in der Hoffnung auf einen Machtwechsel in Washington. China hoffe, dass einer seiner Herausforderer die Wahl im nächsten Jahr gewinne, um einen weniger schwierigen Verhandlungspartner zu haben, sagte Trump am Abend bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cincinnati im Bundesstaat Ohio.

"Sie hoffen auf einen neuen Präsidenten", sagte Trump. Er mache aber jetzt schon mit Strafzöllen Druck auf China und dulde keine Verzögerung. "Bis es ein Abkommen gibt, werden wir China höllenmäßig besteuern", sagte Trump.

Chinas Außenminister verurteilt neue Zölle

Chinas Außenminister Wang Yi hat Trumps Ankündigung neuer Strafzölle verurteilt. "Eine Erhöhung der Zölle ist definitiv keine konstruktive Maßnahme zur Lösung der Wirtschafts- und Handelsspannungen, keine korrekte Maßnahme", sagte er im chinesischen Fernsehen am Rande des ASEAN-Außenministertreffens in Thailand.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. August 2019 um 22:15 Uhr.