Trump | Bildquelle: AP

US-Wirtschaft Trump greift Notenbank erneut an

Stand: 25.12.2018 05:17 Uhr

Attacken auf die Notenbank sind für einen US-Präsidenten normalerweise tabu, nicht jedoch für Amtsinhaber Trump: Die Fed sei das einzige Problem der Wirtschaft. Der Dow Jones und der japanische Nikkei-Index sackten ab.

US-Präsident Donald Trump hat die Notenbank Federal Reserve zum wiederholten Male heftig angegriffen. "Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed", schrieb er auf Twitter. Die Währungshüter hätten kein Gespür für den Markt.

"Die Fed ist wie ein mächtiger Golfer, der nicht einlochen kann, weil er kein Gefühl hat. Er kann nicht putten!" Trump hatte die Notenbank und den von ihm selbst nominierten Fed-Chef Jerome Powell wegen des Zinserhöhungskurses in den vergangenen Monaten immer wieder massiv kritisiert.

Bei dem für einen US-Präsidenten unüblichen Verhalten gegenüber der unabhängigen Notenbank bezeichnete er die Fed unter anderem als verrückt, lächerlich und töricht. Trump fürchtet, dass die Notenbank mit ihrem Vorgehen den Aufschwung der US-Wirtschaft abwürgen könnte.

Zinsen 2018 vier Mal erhöht

Angesichts der boomenden Wirtschaft und eines brummenden Arbeitsmarktes hat die Fed in diesem Jahr die Zinsen vier Mal erhöht, um die Inflation in Schach zu halten - zuletzt am Mittwoch auf eine Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Damit will sie ihr Mandat erfüllen, Vollbeschäftigung und stabile Preise zu befördern.

An der Börse in New York setzte sich die Talfahrt ungebremst fort. Der Dow Jones Industrial sackte unter 22.000 Punkte ab und verlor zum Schluss des verkürzten Handelstages 2,91 Prozent auf 21.792,60 Zähler. Marktteilnehmer berichteten über ein für Heiligabend ungewöhnlich schwankungs- und volumenreiches Geschäft.

Nikkei auf Talfahrt

Nach dem Ausverkauf an der Wall Street gingen auch die japanischen Aktienmärkte auf Talfahrt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte zum Börsenauftakt 5,05 Prozent im Minus bei 19.147 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor fünf Prozent auf 1413 Zähler. Der Euro wurde leicht höher bei 1,1412 Dollar gehandelt.

"Negative Gefühle sind anstelle der Logik getreten", sagte Takashi Hiroki, Chefstratege bei Monex Securities in Tokio. "Ein Drittel der Verkäufe wird von Panik ausgelöst, ein weiteres Drittel durch Verlustbegrenzungen und das verliebene Drittel durch Spekulanten, die versuchen, aus der Marktschwäche Profit zu ziehen."

Mnuchin versucht zu beruhigen

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte am Sonntag noch versucht, die Märkte zu beruhigen. Trump habe nicht die Absicht, Notenbankchef Powell zu entlassen, sagte der Politiker. Er habe zudem mit den Chefs der sechs größten US-Banken telefoniert, die ihm erklärt hätten, dass sie über ausreichend Liquidität verfügten.

Letzteres habe am Markt entgegen den Absichten des Ministers die Unruhe noch verstärkt, sagten Händler. Der teilweise Stillstand der Regierungsgeschäfte in den USA belastete die Stimmung ebenfalls. Dieser könnte sich nach Einschätzung des Weißen Hauses über Weihnachten bis ins neue Jahr hinziehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Dezember 2018 um 19:00 Uhr.

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