Thyssenkrupp-Hauptverwaltung in Essen | picture alliance/dpa

Kein Verkauf an Liberty Thyssenkrupp bricht Übernahme-Gespräche ab

Stand: 17.02.2021 21:33 Uhr

Thyssenkrupp verkauft nun doch nicht sein Stahlgeschäft an die Konkurrenz. Der Konzern brach die Gespräche mit Liberty Steel ab. Die Vorstellungen hätten zu weit auseinander gelegen, hieß es zur Begründung.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will seine Stahltochter nicht an den britischen Konkurrenten Liberty Steel verkaufen. Die Verhandlungen seien beendet worden, teilte Thyssenkrupp mit.

"Wir haben die Tür für Verhandlungen aufgemacht, aber die Vorstellungen über Unternehmenswert und Struktur der Transaktion lagen am Ende doch weit auseinander. Wir haben uns daher entschieden, die Gespräche zu beenden", sagte Finanzchef Klaus Keysberg. Thyssenkrupp werde das Stahlgeschäft nun aus eigener Kraft weiterentwickeln.

Branche seit Jahren unter Druck

Liberty Steel hatte Mitte Oktober ein nicht bindendes Angebot für Thyssenkrupp Steel Europe vorgelegt. Thyssenkrupp hatte erklärt, daneben einen Spin-Off und einen Weiterbetrieb in Eigenregie zu prüfen. Die beiden Unternehmen hätten zusammen den zweitgrößten Branchenriesen in Europa hinter ArcelorMittal Europe geschmiedet.

Die Branche leidet seit Jahren unter Überkapazitäten, Billigimporten aus Fernost und immer schärfer werdenden Klimaschutzauflagen. Durch die Corona-Krise kam die Schwerindustrie noch stärker unter Druck. In den vergangenen Monaten hat sich die Lage aber etwas erholt. Thyssenkrupp Steel Europe profitierte von der angezogenen Nachfrage vor allem der Automobilindustrie und höheren Stahlpreisen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Februar 2021 um 23:00 Uhr.