Eine Frau geht an Filialen der Telekom-Tochter T-Mobile US und deren Rivalen Sprint in New York vorbei.  | Bildquelle: dpa

Behörde fordert Auflagen T-Mobile US und Sprint dürfen fusionieren

Stand: 26.07.2019 19:22 Uhr

Nach dem dritten Anlauf nun die Zustimmung: Die Telekom-Tochter T-Mobile US und Sprint dürfen unter Auflagen von US-Behörden fusionieren. Zehn Staaten wollen den Zusammenschluss jedoch gerichtlich untersagen lassen.

Das US-Justizministerium hat die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Konkurrenten Sprint genehmigt. Zum Durchbruch in den Verhandlungen kam es, nachdem die Unternehmen weitreichende Zugeständnisse gemacht hatten. Dies teilte das Ministerium in Washington mit.

Damit ihre über 26 Milliarden Dollar (23,4 Milliarden Euro) schwere Fusion von den Kartellwächtern genehmigt wird, sicherten die Unternehmen den Verkauf umfassender Geschäftsteile und Funkfrequenzen zu. Damit soll verhindert werden, dass der Wettbewerb auf dem US-Mobilfunkmarkt leidet. T-Mobile-Chef John Legere kündigte in einem Statement an, dass die Fusion einen "größeren und kühneren Wettbewerber als je zuvor" entstehen lassen werde.

Vierter Wettbewerber als Bedingung

Sprints Prepaid-Marken wie Boost und Mobilfunkfrequenzen sollen an den Satelliten-Betreiber Dish verkauft werden. Dish zahlt für das Paket laut US-Medien fünf Milliarden Dollar (rund 4,5 Milliarden Euro). Dish soll neben Verizon, AT&T und der aus der Fusion von T-Mobile US und Sprint entstehenden Gesellschaft zur neuen vierten Kraft im US-Telefonmarkt aufgebaut werden. Die US-Behörde hatte einen vierten Wettbewerber als zwingende Bedingung für die Fusion von T-Mobile US und Sprint gefordert.

Die Unternehmen müssten Wettbewerbern zudem den Zugang zu mindestens 20.000 Funkantennen und zu Hunderten ihrer Verkaufsfilialen gewähren. T-Mobile US muss sich zudem verpflichten, sieben Jahre lang Zugang zu seinem Netz zu gewähren, um Dish TV den Aufbau eines 5G-Netzes zu ermöglichen.

Deal von enormer Dimension

Ende April 2018 wurde der Deal vereinbart und galt kartellrechtlich von Anfang an als umstritten. Die Unternehmen hatten ihre Fusionspläne zuvor bereits zwei Mal wieder abgeblasen. Die geplante Fusion hat enorme Dimensionen: Laut früheren Unternehmensangaben ergibt sich bei gemeinsam rund 127 Millionen Kunden ein kombinierter Jahresumsatz von über 70 Milliarden Dollar (rund 63 Milliarden Euro).

Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch ablaufen. Die Telekom will den größten Anteil am fusionierten Unternehmen übernehmen - 42 Prozent sind geplant. Auch wenn die Telekom mit ihrer Beteiligung unter 50 Prozent bleibt, werden die Bonner mit 69 Prozent der Stimmrechte das Sagen haben.

Sprint-Aktionäre sollen im Tausch für ihre Anteile ein Aktienpaket erhalten, das bei Ankündigung der Fusion gut 26 Milliarden Dollar ( rund 23 Milliarden Euro) wert war.

Zehn Bundesstaaten gehen gegen Fusion gerichtlich vor

Trotz der nun erteilten Zustimmung der US-Behörde bleibt weiterhin ungewiss, ob es tatsächlich zur Fusion kommen wird. Eine Gruppe von US-Bundesstaaten will den Zusammenschluss wegen befürchteter Nachteile für Verbraucher und Mitarbeiter gerichtlich untersagen lassen. Die zehn US-Bundesstaaten hatten im Juni gemeinsam Klage gegen den Zusammenschluss eingereicht.

Allerdings dürfte die Genehmigung des Justizministeriums die Erfolgsaussichten dieser Klage nicht gerade erhöhen. T-Mobile geht davon aus, dass die Fusion noch in der zweiten Jahreshälfte endgültig zum Abschluss gebracht wird.

US-Justizministerium stimmt Fusion von T-Mobile US und Sprint zu
Janina Lückoff, ARD Washington
26.07.2019 23:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Juli 2019 um 17:00 Uhr im Wirtschaftsressort.

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