Stromzähler | Bildquelle: dpa

Zahlen der Vergleichsportale Im neuen Jahr wird Strom teurer

Stand: 17.11.2018 15:58 Uhr

Lange Zeit war Ruhe beim Strompreis, doch jetzt wird es für viele Haushalte teurer. Zum Jahreswechsel wollen viele Versorger die Preise stark erhöhen. Verbraucherschützer kritisieren die Begründung.

Viele deutsche Haushalte müssen im kommenden Jahr deutlich mehr für Strom bezahlen. Berechnungen von Online-Vergleichsportalen zeigen, dass die Preise in der Grundversorgung um durchschnittlich vier bis fünf Prozent steigen werden. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden wären das rund 55 Euro mehr im Jahr. Im laufenden Jahr war der durchschnittliche Strompreis noch weitgehend stabil.

Laut dem Portal "Verivox" kündigten 218 Versorger Preiserhöhungen im Dezember und zum 1. Januar an. Besonders betroffen seien bisher Baden-Württemberg und Hessen. "Check24" meldete 160 Stromversorger, die ihre Preise bereits erhöht oder Erhöhungen angekündigt hätten. Bei den beiden größten deutschen Stromversorgern Eon und der RWE-Tochter Innogy bleibt der Strompreis zunächst stabil, wie Sprecher beider Unternehmen sagten. Am kommenden Dienstag - sechs Wochen vor dem Jahreswechsel - endet die Ankündigungsfrist für mögliche Preiserhöhungen.

Unternehmen sprechen von hohen Einkaufspreisen

Die Versorger begründen die Preiserhöhungen mit gestiegenen Einkaufspreisen. Die Beschaffungskosten für Strom seien in den vergangenen zwei Jahren um mehr als die Hälfte gestiegen, teilte der Branchenverband BdEW mit. Auch der Anstieg der Preise für CO2-Emissionszertifikate erhöhe die Kosten. Kleinere Entlastungen bei anderen Bestandteilen des Strompreises könnten den Anstieg nicht ausgleichen. Laut der Bundesnetzagentur machen die Beschaffungskosten etwa 22 Prozent des Strompreises aus. Mehr als die Hälfte entfallen auf Umlagen, Steuern und Abgaben, ein knappes Viertel auf die Netzentgelte.

Verbraucherschützer kritisieren die Argumentation der Unternehmen. "Als vor einigen Jahren die Börsenpreise gesunken sind, haben die Versorger auf ihre langfristigen Verträge verwiesen und die Einsparungen nicht an ihre Kunden weitergegeben", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding. Jetzt seien die Versorger bei steigenden Börsenpreisen schnell mit Preiserhöhungen dabei.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. November 2018 um 15:40 Uhr.

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