Werbeplakat für das iPhone X in Peking | Bildquelle: ROMAN PILIPEY/EPA-EFE/REX

Reaktion auf Kritik Apple stoppt Siri-Auswertungen

Stand: 02.08.2019 11:32 Uhr

Nach Google wertet jetzt auch Apple Aufzeichnungen von Sprachassistenten nicht mehr aus. Das Unternehmen reagiert damit auf die Kritik von Datenschützern. Ein Problem ist offenbar, dass Siri oft unbeabsichtigt startet.

Apple hat weltweit die Auswertungen von Siri-Aufnahmen gestoppt. Nutzer sollen künftig nach einem Softwareupdate explizit um Erlaubnis dafür gefragt werden. Der Konzern reagierte damit auf Kritik von Datenschützern, die die auch bei Amazon und Google gängige Praxis seit längerem scharf kritisieren. Die Google-Mutter Alphabet hat ähnliche Schritte angekündigt, allerdings bisher nur für Europa und zunächst auf drei Monate befristet.

Über die Assistenzsoftware können Smartphone-Nutzer durch Spracheingaben etwa Textnachrichten verschicken, Musik abspielen oder Anrufe tätigen.

Um die Software von Sprachassistenten zu verbessern, werden Teile von Mitschnitten von Menschen abgetippt und ausgewertet. Damit sollen etwa durch Dialekte oder Versprecher entstehende Fehler vermieden werden. Vielen Nutzern war die Praxis allerdings weitestgehend nicht bewusst, bis vor einigen Monaten erste Medienberichte dazu auftauchten.

Ein Mann spricht in sein IPhone (Symbolbild) | Bildquelle: dpa
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Den meisten Nutzern dürften die Auswertungen unbekannt gewesen sein.

Siri startet oft unbeabsichtigt

Für Empörung hatte vor wenigen Tagen ein Bericht der britischen Zeitung "Guardian" gesorgt. Demnach wurden bei Apple vertrauliche, von Siri aufgenommene Gespräche abgehört wie über die Gesundheit von Menschen oder geschäftliche Details. Auch Aufnahmen von Paaren beim Sex sollen ausgewertet worden sein.

Ein großes Problem ist es laut "Guardian", dass Siri manchmal unabsichtlich starte, weil die Software versehentlich "Hey Siri" verstehe. So reiche das Wort "Syrien" aus, um den Sprachassistenten zu wecken. In einigen Fällen habe Siri selbst das Geräusch eines Reißverschlusses als Befehl zur Aufnahme interpretiert. Durch die Auswertung solcher Fehler versuche Apple, die Software zu verbessern.

Google regierte auf Datenleck

Google hatte die Auswertungspraxis seines Sprachassistenten in Europa vorerst ausgesetzt. Anlass war ein Vorstoß des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar. Der Sender CNBC hatte von einem Datenleck berichtet: So seien mehr als 1000 Aufzeichnungen von privaten Gesprächen niederländischer Nutzer an ein belgisches Medienunternehmen übergeben worden. Google erklärte, nur 0,2 Prozent aller Audio-Aufnahmen überhaupt auszuwerten.

Apple stoppt Siri-Auswertung
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
02.08.2019 15:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. August 2019 um 10:00 Uhr.

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