Blick auf die Altstadt von Stockholm | Bildquelle: AFP

Praxistest mit Digitalwährung Schweden plant eigene "E-Krone"

Stand: 31.10.2018 21:31 Uhr

In Skandinavien hat das Bargeld schon weitgehend seine Bedeutung verloren. In Schweden plant man nun, eine eigene digitale Währung zu testen - auch, um den Banken das Feld nicht alleine zu überlassen.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

In Schweden ist der Anteil des Bargeldes auf etwa ein Prozent des Bruttonationalproduktes gesunken. Vier von fünf Transaktionen, bis hin zum Bezahlen des Kaffees to go, laufen über Karten oder Handy-Apps.

Das Land ist auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft, sehr zum Nutzen von Privatbanken, die dafür die Infrastruktur geschaffen haben. Um ihnen nicht allein das Feld zu überlassen, plant die Reichsbank seit zwei Jahren eine eigene staatliche Digitalwährung, die "E-Krone". Das Ziel: Auch in einer bargeldlosen Welt soll es eine von Privatbanken unabhängige und vom Staat garantierte Zahlmethode geben.

Nach langer Prüfphase ist jetzt offenbar ein erster Praxistest geplant. Das Projekt könnte bereits 2019 starten und soll dann zwei Jahre dauern. Unter anderem sollen konten- oder rein wertbasierte Lösungen auf Prepaid-Kartenbasis ausprobiert werden. Bei letzterer blieben anonyme Zahlungen möglich, aber wohl im begrenzten Rahmen.

Ganz auf Bargeld verzichten will die Reichsbank übrigens nicht. Auch wenn es eines Tages im normalen Alltag nicht mehr genutzt wird, soll es bleiben - für Notfälle wie den technischen Totalausfall der digitalen Geldsysteme.

 

Schweden plant eigene Digitalwährung "E-Krone"
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
01.11.2018 08:34 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 20. Juli 2018 um 18:00 Uhr.

Darstellung: