Logo der N26 Bankauf einem Smartphone-Display | picture alliance / photothek

Mangelnde Geldwäsche-Bekämpfung Onlinebank N26 muss Millionenstrafe zahlen

Stand: 29.09.2021 11:31 Uhr

Die zuletzt stark gewachsene Onlinebank N26 hat eine Strafe von 4,25 Millionen Euro an die deutsche Finanzaufsicht bezahlt. Hintergrund sind Vorwürfe wegen mangelnder Geldwäsche-Bekämpfung.

Die Berliner Internetbank N26 hat wegen Problemen bei der Geldwäsche-Prävention eine Millionenstrafe an die Finanzaufsicht BaFin gezahlt. Man habe eine im Juni verhängte Geldbuße in voller Höhe beglichen, teilte das Start-up mit. Gleichzeitig räumte das Unternehmen ein, dass es in den vergangenen zwei Jahren "weniger als 50" Geldwäsche-Verdachtsmeldungen verspätet eingereicht hat. "Alle von der BaFin geforderten Maßnahmen zur Verbesserung von rechtzeitigen Meldungen verdächtiger Aktivitäten wurden von N26 bereits vollumfänglich umgesetzt", so die Bank.

Im Mai hatte die Finanzaufsicht N26 dazu aufgefordert, Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu ergreifen. Gleichzeitig hatte die Bonner Behörde dem Unternehmen "Defizite sowohl im EDV-Monitoring als auch bei der Identifizierung und Verifizierung von Kunden" bescheinigt und einen Sonderbeauftragten bestellt. Dieser sollte sicherstellen, dass die Bank "eine angemessene personelle und technisch-organisatorische Ausstattung zur Einhaltung ihrer geldwäscherechtlichen Verpflichtungen" bereithält.

Suche nach frischem Kapital

Auch andere Banken sind wegen ihrer Defizite bei der Verhinderung von Geldwäsche in die Kritik geraten. Zu den prominentesten Beispielen gehört die Deutsche Bank.

Das Abschluss des Bußgeldverfahrens dürfte der N26 wegen der laufenden nächsten Finanzierungsrunde gelegen kommen. Denn neben der Geldstrafe hatte die BaFin nach Medienberichten auch erwogen, gegen N26 Beschränkungen des Neugeschäfts zu verhängen. Diese weitreichenden Sanktionen sind nun aber wohl vom Tisch. Das Unternehmen wolle mehrere Hundert Millionen Dollar für eine weitere Expansion einsammeln, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Insider.

Hochkarätige Investoren

N26 gehört zu den sogenannten Smartphone-Banken, deren Kernangebot eine Banking-App für das Mobiltelefon ist. Solche Geldhäuser werden auch als "Neobanken" bezeichnet. N26 hat bislang sieben Millionen Kunden gewinnen können.

Zu den Investoren, die an N26 beteiligt sind, gehören unter anderem der deutsche Versicherungskonzern Allianz, der Staatsfonds GIC aus Singapur, der chinesische Internet-Riese Tencent, Earlybird und der deutsch-amerikanische Investor Peter Thiel. Eine neue Finanzierungsrunde könnte Experten zufolge die Bewertung des Start-ups auf knapp zehn Milliarden Euro ansteigen lassen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. September 2021 um 10:23 Uhr.