Ampullen mit potentiellem Covid-19-Impfstoff von Merck und dem Pasteur-Institut | AFP

Suche nach Corona-Impstoffen US-Pharmariese MSD gibt auf

Stand: 25.01.2021 17:22 Uhr

Auf der Suche nach weiteren Impfstoffen gegen Covid-19 meldet einer der weltgrößten Pharmakonzerne einen Rückschlag. Der US-Konzern Merck Sharp & Dome stellt die Entwicklung seines Vakzins ein.

Das US-Pharmaunternehmen Merck Sharp & Dome (MSD) und das französische Pasteur-Institut geben die Erforschung eines gemeinsamen Impfstoffes gegen Covid-19 auf. Erste klinische Tests hätten eine zu geringe Wirksamkeit gezeigt, teilte das Pasteur-Institut mit.

Das Vakzin, das auf Grundlage eines Masern-Impfstoffes entwickelt werden sollte, erreiche eine deutlich geringere Immunisierung als die bereits zugelassenen Impfstoffe. Selbst Patienten, die bereits eine Corona-Infektion durchgemacht hätten, wiesen eine höhere Zahl von Antikörpern auf, teilte das Pasteur-Institut mit.

Hoffnung auf Corona-Medikamente

Das Unternehmen will sich nun auf die Entwicklung ihrer Medikamente zur Behandlung von Corona-Patienten konzentrieren. MSD erforscht derzeit zwei Mittel. Das Medikament MK-7110, das von der US-Regierung im Rahmen des Programms Operation Warp Speed mit knapp 293 Millionen Euro unterstützt wird, befindet sich in der Endphase. Sollte es zugelassen werden, könnte MSD bis Ende Juni bis zu 100.000 Dosen davon liefern.

Merck Sharpe & Dome war erst im Herbst in die Suche nach einem Covid-19-Impfstoff eingestiegen. Zu diesem Zeitpunkt waren BioNTech/Pfizer und Moderna, deren Impfstoffe inzwischen zugelassen sind, schon in der Endphase.