Airbus A 380 der Lufthansa | Bildquelle: dpa

Mehrheit bei UFO-Urabstimmung Kabinenpersonal für Lufthansa-Sparpaket

Stand: 15.08.2020 11:47 Uhr

Es ist die erste Einigung mit einer Mitarbeitergruppe: Die Lufthansa hat sich mit dem Kabinenpersonal auf Sparmaßnahmen in der Corona-Krise verständigt. Dafür gibt es laut Gewerkschaft UFO einen Kündigungsschutz bis Mitte 2024.

Die Lufthansa hat mit einer ersten Mitarbeitergruppe konkrete Sparvereinbarungen erreicht, mit denen die Corona-Krise überwunden werden soll. Die Flugbegleiter haben in einer Urabstimmung der Kabinengewerkschaft UFO mit einer Mehrheit von 87,9 Prozent dem entsprechenden Krisen-Tarifvertrag zugestimmt. Das teilte UFO-Geschäftsführer Nicoley Baublies mit.

Nullrunden und Teilzeit

Auf die rund 22.000 Flugbegleiter kommen nun Nullrunden, zusätzliche Teilzeit und ausgesetzte Versorgungsleistungen zu. Dafür gibt es laut UFO einen Beschäftigungsschutz bis Mitte 2024. Das Einsparvolumen liege unter 25 Prozent der Kosten. Wichtige Details zur genauen Ausgestaltung sind allerdings noch offen.

Baublies verlangte von Lufthansa schnelle Gespräche und konkrete Vorschläge. Der UFO-Vorstand hat sich daher zusätzlich ein Mitgliedervotum geben lassen, auch zu einem späteren Zeitpunkt zu Arbeitskampfmaßnahmen greifen zu können. Lufthansa kann den Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen kündigen, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen dramatisch verschlechtern sollten.

Verhandlungen mit Bodenpersonal abgebrochen

Verhandlungen mit der Gewerkschaft Ver.di für die rund 24.000 Beschäftigten des Bodenpersonals wurden jüngst abgebrochen. Die Lufthansa-Führung hält die von Ver.di angebotenen Einsparungen bei den Personalkosten für zu niedrig. Die Verhandlungen des Unternehmens mit den Piloten dauern noch an.

Der teilverstaatlichte Lufthansa-Konzern hatte nach dem Corona-Einbruch seinen weltweiten Personalüberhang auf 22.000 Vollzeitstellen beziffert, von denen rund 11.000 auf Deutschland entfallen. Der Konzern rechnet mittelfristig mit einer um 100 Jets verkleinerten Flotte und entsprechenden Personalüberhängen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 15. August 2020 um 13:00 Uhr.

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