Waschmaschinen stehen auf Paletten | picture alliance / Armin Weigel/

Hohe Nachfrage Lieferengpässe bei Elektrogeräten

Stand: 26.11.2020 10:20 Uhr

Wegen der Corona-Auflagen geben viele Verbraucher ihr Geld anders aus als sonst. Spülmaschinen oder Spielekonsolen sind im Moment so gefragt, dass es zu Lieferengpässen kommt.

Von Ingrid Bertram, WDR

Wer in den vergangenen Wochen im Internet oder in Geschäften auf der Suche nach Elektrogeräten oder Unterhaltungselektronik war, wunderte sich wahrscheinlich: leere Regale bei Druckern oder Laptops. Auf eine gute Spülmaschine kann man schon mal bis Ende Januar warten, und die Spielekonsole Playstation 5 ist derzeit schlichtweg nicht lieferbar.

Ingrid Bertram

Urlaubsgeld ist übrig

Denn in der Corona-Krise gibt es nicht nur Verbraucher, die wegen Kurzarbeit weniger in der Tasche haben. "Es gibt auch die, die sich den Urlaub oder den Konzertbesuch gespart haben, das heißt, es ist Geld da", sagt Christian Rusche vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Und es werde nicht gespart.

Es darf ein bisschen mehr sein

"Cocooning" - das Zuhause gemütlich machen und verschönern - betrifft nicht nur den Garten. Das gilt auch für den großformatigen Fernseher, fürs perfekte Couchsurfen oder den Kaffeevollautomaten für den Latte Macchiato im Homeoffice.

Seit dem Sommer sind besonders die sogenannten Weißwaren, sprich Kühlschränke, Spül- oder Waschmaschinen gefragt. Bei den Haushaltsgeräten verzeichnete die Branche von Juli bis Oktober Umsatzzuwächse bis zu 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gezielt und sicher einkaufen

Corona schlägt sich auch im Einkaufsverhalten der Kunden nieder: Der Online-Handel legte kräftig zu, gerade in der Elektronikbranche. "Viele Online-Händler haben schon im November ihr Jahresziel erreicht", sagt Steffen Kahnt vom Bundesverband des Elektronikhandels.

Aber auch der stationäre Handel profitiert. Die Kunden kämen wesentlich gezielter in die Geschäfte, wüssten schon, was sie wollten, benötigten keine Beratung, gäben aber trotzdem mehr Geld aus als in den Jahren zuvor, so Kahnt. Kaum einer wolle sich lang in den Geschäften aufhalten. Das gleiche gelte auch für Spielwaren, sagt Kahnt, der auch diese Branche im Verband vertritt. "Beim Kind wird nicht gespart." Ob Puzzle, Bastel-Zubehör oder Elektronikspielzeug - viele Jahre gab es bei Spielwaren keine Umsatzzuwächse, dieses Jahr sei das anders.

Weihnachtsgeschenke früh einkaufen

Doch was bedeutet das für den Weihnachtseinkauf? Kahnt empfiehlt Kunden, dieses Jahr besser frühzeitig die Wunschliste abzuarbeiten, gerade wenn es um Spezialwünsche und Markenprodukte gehe. Aber grundsätzlich müsse man deswegen nicht nervös werden. Alternativen gebe es genügend, um den Geschenketisch zu füllen.

Über dieses Thema berichtete WDR 5 "Profit" am 25. November 2020 um 18:05 Uhr.