Blick in den Operationssaal einer Klinik | Bildquelle: dpa

Corona und das Gesundheitswesen Jede Menge Kurzarbeit in Kliniken

Stand: 28.07.2020 14:03 Uhr

Alle Kapazitäten galten der Versorgung von Corona-Patienten, alle aufschiebbaren Behandlungen wurden abgesagt. Da in vielen Kliniken und Arztpraxen Beschäftigungsmangel herrschte, wurde für Hunderttausende Kurzarbeit beantragt.

Da während der ersten Corona-Welle viele medizinische Versorgungsbereiche heruntergefahren wurden, kam es in Kliniken und Arztpraxen zu einem Beschäftigungsmangel. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht, hätten demnach in den Monaten März bis Mai bundesweit gut 1200 Krankenhäuser und knapp 48.300 Arztpraxen Kurzarbeit für insgesamt rund 410.000 Beschäftigte angemeldet. Zuerst hatten das "Handelsblatt" und die Nachrichtenagentur dpa darüber berichtet.

Unklar ist, wie viele Beschäftigte tatsächlich in Kurzarbeit geschickt wurden. Erfahrungsgemäß falle diese Zahl niedriger aus, heißt es in dem Schreiben, genaue Angaben erwarte die Bundesregierung aber erst in einigen Monaten.

Alle Kapazitäten für Corona-Patienten

Mit steigenden Infektionszahlen hatte die Bundesregierung Mitte März entschieden, die Behandlung von Viruspatientinnen und -patienten zu priorisieren. Bund und Länder hatten die Krankenhäuser aufgefordert, alle planbaren Operationen und Aufnahmen auszusetzen. Dies sollte vor allem in Intensivstationen vorsorglich freie Betten schaffen. Angesichts der langsameren Virus-Ausbreitung rief die Politik im April dann dazu auf, die gesamte Medizinversorgung schrittweise wieder aufzunehmen.

Deutlich weniger Arztbesuche im März

Auch in den Arztpraxen herrschte in der bisherigen Hochphase der Corona-Pandemie teilweise Patientenmangel. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung lag die Zahl der Fälle mit persönlichem Arzt-Kontakt in der letzten Märzwoche je nach Fachrichtung um 37 bis 64 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Besonders betroffen waren unter anderem HNO- und Augenärzte, Orthopäden und Internisten.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Mittagsmagazin am 22.04.2020.

Darstellung: