Bauarbeiter stehen in Kiel auf einem Baugerüst an der Baustelle eines Wohn- und Geschäftshauses. | Bildquelle: dpa

Studie der Bundesbank Immobilien machen Deutsche reicher

Stand: 15.04.2019 15:12 Uhr

Der Bauboom hat in Deutschland das Nettovermögen wachsen lassen. Doch nur Besitzer von Häusern und Eigentumswohnungen profitieren - Mieterhaushalte verfügen über wesentlich weniger Vermögen.

Das Vermögen von Privathaushalten in Deutschland ist 2017 deutlich gestiegen: Insgesamt verfügten die Bürger demnach nach Abzug der Schulden durchschnittlich über rund 232.800 Euro netto. 2014 waren es im Schnitt noch rund 18.300 Euro weniger. Für das Wachstum des Vermögens macht eine Studie der Bundesbank unter anderem den Bauboom und gestiegene Immobilienpreise in Deutschland verantwortlich.

Haus- und Wohnungsbesitzer steigerten demnach im Vergleich zu 2014 ihr Vermögen kräftig. Allerdings besitzen nur 44 Prozent der Deutschen Wohneigentum. An vielen Menschen geht der Immoblienboom somit vorbei. Mieterhaushalte und Haushalte der ärmeren Bevölkerungshälfte profitierten laut der Erhebung vor allem von höheren Einkommen.

Laut der Untersuchung lag des Nettovermögen von Haus- und Wohnungsbesitzern bei durchschnittlich 277.000 Euro, in Mieterhaushalten bei durchschnittlich 10.400 Euro.

Große Unterschiede in Ost- und Westdeutschland

Zwischen Ost- und Westdeutschland sind die Unterschiede ebenfalls eklatant: Ost-Haushalte verfügten 2017 im Schnitt über ein Vermögen von rund 23.400 Euro. Im Westen belief sich der Wert auf 92.500 Euro, also vier Mal so viel wie im Osten. "Hierfür spielt vermutlich der geringere Anteil an Wohneigentümern in den neuen Bundesländern eine Rolle", schreiben die Studienautoren.

Die Menschen profitierten neben dem Bauboom auch von der niedrigen Arbeitslosigkeit und von höheren Einkommen. Steigende Aktienkurse sorgten ebenfalls dafür, dass die Deutschen mehr Geld auf die Seite legen konnten.

Ein Kran und Baumaterial stehen auf einer Baustelle in Hamburg. | Bildquelle: dpa
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Der Immobilienboom hat das Vermögen in Deutschland anwachsen lassen.

Weniger Reiche haben an Studie teilgenommen

Die Vermögen sind in Deutschland weiterhin ungleich verteilt. Die reichsten zehn Prozent besaßen im Jahr 2017 rund 55 Prozent des Nettovermögens. 2014 waren es noch 60 Prozent. 2010/11 besaßen sie noch 59 Prozent. In der vergangenen Studie haben laut Bundesbank weniger sehr reiche Haushalte an der Erhebung teilgenommen.

Die Notenbank hat die Studie zum dritten Mal durchgeführt. Befragt wurden rund 5000 repräsentativ ausgewählte Haushalte im Zeitraum März 2017 bis Oktober 2017.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. April 2019 um 13:52 Uhr.

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