Das Google-Logo ist auf einem mobilen Telefon zu sehen.  | Bildquelle: dpa

Nach Trump-Dekret Google sperrt Android-Updates für Huawei

Stand: 20.05.2019 13:55 Uhr

Wegen Spionage-Vorwürfen hat die US-Regierung den Handel mit Huawei verboten - und das hat Folgen: Android-Updates für Huawei-Geräte soll es nicht mehr geben. Für die Nutzer aktueller Smartphones ändert sich zunächst nichts.

Nach den jüngsten Maßnahmen der US-Regierung gegen Huawei hat der US-Branchenriese Google angekündigt, seine Geschäftsbeziehungen zu dem chinesischen Netzwerkausrüster auszusetzen. Google beuge sich dem Dekret von US-Präsident Donald Trump und untersuche, wie genau sich dies auf die Geschäftsbeziehungen auswirken werde, teilte der Konzern mit.

Google rüstet mit seinem Betriebssystem Android die große Mehrheit aller Smartphones weltweit aus. Wenn das US-Unternehmen nun nicht mehr mit Huawei kooperiert, hat dies weitreichende Folgen, weil eine stetige Zusammenarbeit nötig ist, damit das Android-System mit den jeweiligen Smartphones kompatibel ist.

Google beendet Kooperation mit Huawei
tagesschau 20:00 Uhr, 20.05.2019, Verena Bünten, ARD Washington

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Volle Funktionsfähigkeit?

Google sicherte den Besitzern von Huawei-Smartphones bis auf weiteres die volle Funktionsfähigkeit zu. Die Handys, die Googles Betriebssystem Android benutzen, würden weiterhin Zugang zu Diensten wie Google Play (für Apps und deren Aktualisierung) und Sicherheitsupdates von Google Play Protect erhalten, teilte der US-Konzern per Twitter mit. Die Zusage bezog sich ausdrücklich auf "bestehende", also bereits in Gebrauch befindliche Huawei-Geräte.

Ein Google-Sprecher hatte zuvor erklärt, dass Updates für Android Huawei nicht mehr zur Verfügung stünden.

Google muss offenbar den Technologietransfer mit Huawei stoppen, bei dem es nicht um allgemein zugängliche sogenannte Open-Source-Programme geht. Auf Huawei-Geräten könnte demnach künftig nur noch die Open-Source-Version laufen.

Huawei betont Rolle bei Android-Weiterentwicklung

Huaweis Handys sind beim weltweiten Marktanteil die Nummer zwei hinter Samsung. Der chinesische Konzern kündigte an, für alle die unter dem Firmennamen und der Marke Honor verkauften Smartphones und Tablets weiterhin Sicherheitsupdates und Kundendienst zu bieten.

Huawei betonte außerdem, dass man in den vergangenen Jahren sehr eng an der Weitereinwicklung von Android mitgearbeitet habe, davon hätten Kunden und die Smartphone-Industrie insgesamt profitiert.

Auch Chinas Staats- und Parteiführung äußerte sich inzwischen kurz. Man werde die Situation weiter genau beobachten, erklärte Regierunsgsprecher Lu Kang. Man wolle chinesische Firmen helfen, ihre ihnen zusthenden Rechte gerichtlich durchzusetzen.

US-Regierung schließt Huawei aus

US-Präsident Trump hatte am Mittwoch Unternehmen seines Landes per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft wird. Dazu rief er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation aus. Huawei gilt als Hauptziel dieser Maßnahme.

Das US-Handelsministerium hatte Huawei und 68 seiner Tochtergesellschaften daraufhin auf eine schwarze Liste gesetzt. Der chinesische Konzern kann künftig keine Technologieprodukte mehr von US-Unternehmen kaufen.

Das Unternehmen kritisierte die "unangemessenen Beschränkungen". Das Handelsministerium in Peking warnte vor einer Verschlechterung der bilateralen Handelsbeziehungen. Huawei ist einer der weltweit größten Telekommunikations- und Netzwerkausrüster. Die Technik des Konzerns spielt auch beim Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen eine wichtige Rolle, die wiederum einer Reihe von Schlüsseltechnologien wie vernetzten Fabriken oder autonomen Fahrzeugen den Weg bereiten sollen.

Einfallstor für chinesische Spionage

Die USA befürchten allerdings, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage und Sabotage sein könnte. Vor allem auf Betreiben der USA stuften zuletzt mehrere Länder das Unternehmen als potenzielle Gefahr für die Cybersicherheit ein. Auch in Deutschland wird über eine mögliche Beteiligung des chinesischen Unternehmens am Ausbau des 5G-Netze kontrovers diskutiert.

Huawei selbst verweist immer wieder auf seine Unabhängigkeit vom chinesischen Staat. Das Vorgehen gegen das Unternehmen findet vor dem Hintergrund des Handelskonflikts zwischen China und den USA statt.

Auch Infineon reagiert

Nach der Ankündigung von Google erklärte der Chiphersteller Infineon, vorerst keine in den USA hergestellten Produkte mehr an den chinesischen Mobilfunkanbieter Huawei zu liefern. Compliance-Vorgaben machten diesen Schritt notwendig, nachdem die USA den chinesischen Konzern auf eine schwarze Liste gesetzt hätten, teilte Infineon mit.

Berichte, wonach Infineon sämtliche Chip-Lieferungen an den chinesischen Konzern eingestellt habe, bestätigte ein Sprecher ausdrücklich nicht: "Nach heutigem Stand" unterliege ein Großteil der Produkte, die Huawei von Infineon beziehe, nicht den US-Export-Kontrollbestimmungen. "Darum werden diese Lieferungen fortgesetzt."

Mit Informationen von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles und Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Google sperrt offenbar Android-Updates für Huawei
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
20.05.2019 08:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Mai 2019 um 08:24 Uhr.

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