Bügel mit der Aufschrift ''Gerry Weber'' | Bildquelle: dpa

Modekonzern in Schieflage Gerry Weber meldet Insolvenz an

Stand: 25.01.2019 14:08 Uhr

Gerry Weber hat Insolvenz angemeldet. Davon betroffen sei nur die Gerry Weber International AG mit 580 Mitarbeitern, teilte der Modekonzern mit. Die Gespräche mit Banken seien gescheitert.

Der seit langem kriselnde Modehersteller Gerry Weber hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Ziel sei es, das Unternehmen zu sanieren, teilte Gerry Weber mit.

Betroffen sei ausschließlich die Muttergesellschaft Gerry Weber International mit rund 580 Mitarbeitern. Für die Tochtergesellschaften wie Hallhuber seien keine Anträge gestellt worden. Der Geschäftsbetrieb soll nach Unternehmensangaben in vollem Umfang weitergeführt werden.

Die Finanzierung des Modeanbieters sei nach derzeitigem Stand bis ins Jahr 2020 gesichert, hieß es. Ausgelöst worden sei der Antrag durch das Scheitern der Gespräche mit Banken über die weitere Finanzierung des Konzerns.

Das Zalando-Logo auf einem Karton | Bildquelle: dpa
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Nicht nur traditionelle Unternehmen haben Probleme - auch der Online-Modehändler Zalando musste zuletzt zusehen, wie sich sein Börsenwert mehr als halbierte.

Probleme waren in Sichtweite

Gerry Weber mit den Kernmarken Gerry Weber, Hallhuber, Samoon und Taifun kämpft seit längerem mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich die schlechten Nachrichten aus dem westfälischen Unternehmen gehäuft.

Zuletzt hatte das Unternehmen Mitte Januar seine Gewinnprognose nach unten korrigieren müssen. Dadurch stieg der erwartete Vorsteuerverlust für das Geschäftsjahr 2017/18 auf über 192 Millionen Euro.

Ein Modegeschäft von Esprit | Bildquelle: dpa
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Esprit kämpft ebenfalls mit roten Zahlen. Und die Modekette Adler korrigierte erst kürzlich ihre Umsatz- und Ergebnisprognosen nach unten.

Probleme bei Hallhuber, Konkurrenz durch H&M

Grund waren unter anderem Probleme bei der bislang als Hoffnungsträger geltenden Tochter Hallhuber. Der Modehändler kämpft dabei an vielen Fronten - unter anderem mit einem schwachen Digitalgeschäft, einer schlechten Positionierung der Marken sowie starker Konkurrenz durch andere Unternehmen wie H&M und Zara.

Gleichzeitig hatte sich das Unternehmen mit der Eröffnung zahlreich Filialen übernommen. Gerry Weber hatte bereits im November einen gravierenden Stellen- und Filialabbau angekündigt. So sollen weltweit 900 von 6500 Arbeitsplätzen und bis zu 200 Filialen wegfallen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 25. Januar 2019 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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