Ein Karstadt-Kaufhaus in Dortmund

Galeria Karstadt Kaufhof Konzern schließt sechs Filialen weniger

Stand: 03.07.2020 11:44 Uhr

Nach Verhandlungen mit den Vermietern sieht Galeria Karstadt Kaufhof eine Zukunft für sechs weitere Häuser. Etwa 750 Mitarbeiter sollen dadurch ihren Arbeitsplatz behalten. 56 Filialen droht weiterhin das Aus.

Der deutsche Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) will wohl weniger Filialen schließen als ursprünglich angekündigt. Sechs weitere Warenhäuser könnten doch fortgeführt werden, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung Miguel Müllenbach in einem Brief an die Mitarbeiter mit.

Für die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Nürnberg Lorenzkirche, Goslar und Potsdam und die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Leverkusen gebe es jetzt nach Zugeständnissen der Vermieter wieder eine Zukunftsperspektive, erklärte der Galeria-Chef. Etwa 750 Mitarbeiter behalten demnach ihren Arbeitsplatz.

56 Warenhäuser weiterhin vor dem Aus

In schwierigen Verhandlungen zwischen den Vermietern und dem Konzern sei es gelungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass die Filialen fortgeführt werden könnten, betonte der Manager, der selbst das Verhandlungsteam führte.

Für die übrigen 56 Warenhäuser auf der Schließungsliste gebe es angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standortnachteile allerdings weiterhin "keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive". Diesen könne er leider keine positiven Nachrichten mitteilen, so Müllenbach.

Passanten gehen in Chemnitz über den Marktplatz vorbei an der Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof | Bildquelle: dpa
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Die Kaufhof-Filiale in Chemnitz soll nun doch erhalten bleiben.

Hohe Umsatzeinbußen befürchtet

Noch Mitte Juni hatte der Konzern das Aus für 62 Filialen in 47 Städten angekündigt. Insgesamt gehören dem Konzern 172 Warenhäuser. Die endgültige Entscheidung hänge aber noch von Gesprächen mit den Vermietern der Warenhaus-Immobilien über Zugeständnisse ab, hatte es damals von Konzernseite geheißen.

Der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz betonte damals: "Dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden." Wenig später wurde bekannt, dass der Konzern auch 20 von 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports und bis zu 24 Filialen von Karstadt Feinkost schließen will.

Galeria Karstadt Kaufhof hatte durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren gesucht. Der Konzern rechnet durch die Corona-Krise und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Juli 2020 um 12:00 Uhr.

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