Die Anlage des Erdgasspeichers (Astora GmbH) in Rehden.  | picture alliance/dpa

Bundesnetzagentur Füllstand der Gasspeicher geht zurück

Stand: 02.12.2022 16:33 Uhr

Die Temperaturen sinken - und damit auch die Füllstände der deutschen Gasspeicher. Sie gingen innerhalb eines Tages um 0,24 Prozentpunkte zurück. Laut Bundesnetzagentur ist die Versorgung aber stabil.

Die Füllstande der deutschen Gasspeicher gehen weiter zurück. Die Anlagen waren am Donnerstagmorgen zu 98,0 Prozent gefüllt und damit 0,24 Prozentpunkte weniger als einen Tag zuvor, wie aus dem Lagebericht der Bundesnetzagentur hervorging. Eine Woche zuvor hatte der Wert noch bei knapp 99 Prozent gelegen.

Der größte deutsche Speicher im niedersächsischen Rehden war zu 92,56 Prozent voll. Die Füllstände werden immer mit Verzögerung mitgeteilt. Einige Speicher in Deutschland waren laut veröffentlichten Daten des europäischen Gasspeicherverbandes GIE noch zu 100 Prozent gefüllt, vereinzelt sind die Füllstände sogar gestiegen.

Versorgung "im Moment stabil"

Aus Sicht der Bundesnetzagentur ist die Gasversorgung in Deutschland "im Moment stabil". Die Versorgungssicherheit sei gewährleistet. Speicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit ein Puffersystem für den Markt. Für gewöhnlich sind sie mit Beginn der Heizperiode im Herbst gut gefüllt.

Bis zum Frühjahr nehmen die Füllstände dann ab. Am 1. Februar sollen sie laut Energiewirtschaftsgesetz noch zu 40 Prozent gefüllt sein. Zu beachten ist, dass weiter Gas durch Pipeline-Importe nach Deutschland fließt, derzeit vor allem aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien.

Bundesnetzagentur appelliert: Weiter Gas sparen

Insgesamt bewertet die Bundesnetzagentur in ihrem jüngsten Bericht die Lage weiter als angespannt. Eine weitere Verschlechterung könne nicht ausgeschlossen werden. Trotz der vollen Speicher ist es nach Darstellung der Bundesnetzagentur weiterhin sehr wichtig, Gas zu sparen, damit Deutschland gut durch den Winter kommt und keine Gasmangellage eintritt.

Bisherige Zahlen sind positiv: In der vergangenen Woche lag der Verbrauch nach Angaben der Behörde 21 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der vergangenen vier Jahre. Im Vergleich zur Woche davor ist er aber um 12 Prozent gestiegen. Das dürfte daran gelegen haben, dass der milde Herbst inzwischen vorbei ist und es kalt geworden ist.

Vermutlich steigt der Verbrauch weiter, denn in der aktuellen Woche liegt die prognostizierte Durchschnittstemperatur 0,7 Grad unter dem Durchschnitt der gleichen Woche der vergangenen vier Jahre. Daher sei mit einem Mehrverbrauch zu rechnen, so die Netzagentur.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. November 2022 um 12:00 Uhr.