Fitschen und Ackermann im Betrugsprozess "Zu keinem Zeitpunkt gelogen"

Stand: 18.05.2015 16:02 Uhr

Es geht um Prozessbetrug im Zusammenhang mit der Kirch-Pleite: Mit Jürgen Fitschen und Josef Ackermann haben sich nun der aktuelle und der Ex-Chef der Deutschen Bank zu den Vorwürfen geäußert. Beide wiesen die Anschuldigungen der Anklage zurück.

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat den Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Verfahren zurückgewiesen. "Ich habe in Zusammenhang mit dem Kirch-Verfahren zu keinem Zeitpunkt gelogen oder betrogen, sagte der Top-Banker vor dem Landgericht München. Auch sein Vorgänger an der Spitze des größten deutschen Geldhauses, Josef Ackermann, und der ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Börsig wiesen die Vorwürfe vor Gericht zurück.

Jürgen Fitschen und Josef Ackermann
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Jürgen Fitschen und Josef Ackermann beteuerten, nach "bestem Wissen und Gewissen" ausgesagt zu haben.

Die Anklage wirft Fitschen, seinen Vorgängern Ackermann und Rolf Breuer sowie Börsig und einem weiteren Ex-Managern vor, nach einem gemeinsamen Tatplan vor Gericht die Unwahrheit gesagt zu haben, um Schadenersatzforderungen der Kirch-Erben abzuwehren. Der Medienunternehmer Leo Kirch, der 2011 starb, hatte die Deutsche Bank für den Zusammenbruch seines Imperiums verantwortlich gemacht. Bei dem derzeit laufenden Verfahren geht es um Aussagen, die Ackermann, Fitschen und andere Vorstände bei einem Zivilprozess im Jahr 2011 gemacht haben. Die Anklage wirft ihnen vor, damals gezielt falsche Angaben gemacht zu haben, damit die Deutsche Bank keinen Schadensersatz an Kirch und dessen Erben zahlen muss.

"Mir wurde nichts in den Mund gelegt"

Als erster gab Ackermann eine persönliche Erklärung ab. Darin betonte er, er habe in dem Prozess um Schadenersatzforderungen der Kirch-Gruppe vor vier Jahren nach bestem Wissen und Gewissen ausgesagt. Seine Aussage sei nicht mit den anderen Angeklagten abgestimmt oder eintrainiert gewesen. "Mir wurde nichts in den Mund gelegt". Der ehemalige Aufsichtsratschef Börsig sagte: "Eine wahrheitswidrige Aussage widerspräche mir total".

Auch die anderen Angeklagten hatten die Vorwürfe vor Prozessbeginn zurückgewiesen. Breuer will sich vor Gericht vorerst aber nicht äußern, kündigte sein Anwalt an. Fragen des Gerichts werden die Angeklagten voraussichtlich beim nächsten Termin beantworten. Der ist nach einigen Verschiebungen für Anfang Juni geplant.

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