Siemens Energy steht im Handelssaal der der Frankfurter Wertpapierbörse hinter der Glocke vor der Erstnotierung der Energiesparte von Siemens, die an diesem Tag an die Börse ging.  | dpa

Neuordnung des Aktienindex Siemens Energy kehrt in den DAX zurück

Stand: 19.09.2022 10:53 Uhr

Im deutschen Leitindex DAX muss der Kochboxenversender HelloFresh seinen Platz für Siemens Energy räumen. Auch in anderen Teilen der DAX-Familie ist es zu Veränderungen gekommen.

Seit heute ist der Energietechnikhersteller Siemens Energy wieder Teil der ersten deutschen Börsenliga. Im DAX ausscheiden musste dafür der Berliner Kochboxenversender HelloFresh, der im vergangenen Jahr an der Börse herbe Verluste einstecken musste. Ab sofort ist der einstige Corona-Börsen-Gewinner im MDAX-Index der mittelgroßen Werte zu finden. Bei der letzten DAX-Indexzusammenstellung im März war Siemens Energy vom deutschen Leitindex in den MDAX abgerutscht.

Über den Auf- und Abstieg von Unternehmen aus dem deutschen Börsenbarometer entscheidet vor allem der Börsenwert. Den misst der Index-Anbieter am Anteil der frei handelbaren Aktien der einzelnen Unternehmen. Berücksichtigt wird dafür der volumengewichtete Durchschnittskurs in den letzten 20 Handelstagen vor der Überprüfung der Indizes.

Zwei Drittel an Wert verloren

Für HelloFresh hat es wie erwartet für einen DAX-Verbleib nicht mehr gereicht. Seit Jahresbeginn gingen zwei Drittel an Wert verloren. Die Talfahrt der Aktie hatte nach einer kurzen Phase der Stabilisierung Mitte August nochmals Fahrt aufgenommen. Bekanntgegeben hatte der Indexanbieter Qontigo die Änderungen in der DAX-Familie bereits am 5. September, heute sind sie in Kraft getreten.

Vor fast genau einem Jahr hatte die Deutsche Börse den deutschen Leitindex DAX von 30 auf 40 Werten erweitert. Im Zuge der DAX-Erweiterung zogen sowohl der Flugzeughersteller Airbus als auch der Online-Modehändler Zalando und der Sportartikelhersteller Puma Einzug in den wichtigen Index ein. Die Reform schrumpfte dagegen den MDAX der mittelgroßen Werte von 60 auf 50 Mitglieder zusammen. Die DAX-Erweiterung war jedoch nur ein Teil einer größer angelegten Reform der Deutschen Börse. So kommt es nun zweimal im Jahr zur Anpassung der Indizes - im März und im September.

Veränderungen in Nebenwerte-Indizes

Auch in den Nebenwerte-Indizes der Deutschen Börse kam es zu Veränderungen. Aus dem MDAX-Index der mittelgroßen Werte sind neben dem schwer angeschlagenen Energiekonzern Uniper auch das Immobilienunternehmen Grand City Properties und der IT-Dienstleister Cancom abgestiegen. Für sie aus SDAX aufgestiegen sind der US-Telekomausrüster Adtran, der kürzlich Adva übernahm, sowie die beiden Autozulieferer Stabilus und Hella, inzwischen eine Faurecia-Tochter.

In dem 70 Werte umfassenden SDAX kam es ebenfalls zu einigen Veränderungen. So ist der Windkraftanlagenhersteller Nordex seit heute wieder Teil des SDAX. Er war im Juni aus dem Index geflogen, da er seinen Quartalsbericht nicht fristgerecht veröffentlicht hatte. Neu hinzugekommen sind obendrein der Wind- und Solarparkentwickler Energiekontor, die Südzucker-Tochter CropEnergies und SGL. Ausgeschieden sind dafür die Immobilienkonzerne Deutsche EuroShop und Adler Group sowie die Aareal Bank und der B2B-Versandhändler TAKKT.

Im Technologieindex TECDax haben zudem Adtran und Nordex die Plätze von Kontron und 1&1 eingenommen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. September 2022 um 07:25 Uhr.