Logo der Ba Fin | dpa

Bonner Behörde BaFin Wertpapier-Verbot für Finanzaufseher

Stand: 01.09.2022 13:42 Uhr

Die Finanzaufsicht BaFin zieht weitere Konsequenzen aus dem Wirecard-Skandal. Mitarbeiter der Behörde dürften künftig nicht mehr wie bisher Geschäfte mit Aktien, Anleihen und anderen Wertpapieren machen.

Die Finanzaufsicht BaFin schränkt als Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal weitgehend den privaten Handel mit Aktien, Anleihen und weiteren Wertpapieren durch ihre Mitarbeiter ein. "Ziel der am 1. September 2022 in Kraft tretenden Dienstanweisung für private Finanzgeschäfte der Bafin-Beschäftigten ist, jeglichen Anschein von Missbrauch vertraulicher Informationen zu unterbinden", teilte Mark Branson mit, der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die neuen Regeln zählten zu den strengsten weltweit.

Geschäfte noch kurz vor dem Wirecard-Kollaps

Allen Bafin-Beschäftigten ist es damit zum Beispiel verboten, Aktien von Unternehmen zu handeln, die die Behörde beaufsichtigt. Auch spekulative Finanzgeschäfte, also das kurzfristige Handeln beispielsweise mit Derivaten oder Aktien, sind untersagt. Alle BaFin-Beschäftigten müssen Finanzgeschäfte ab dem ersten Euro melden.

Nach dem Zusammenbruch des DAX-Konzerns Wirecard im Sommer 2020 hatte die BaFin ihre zuvor recht lockeren Regeln für Finanzgeschäfte ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits verschärft. Im Zuge des Skandals war bekannt geworden, dass einige Beschäftigte der BaFin noch kurz vor dem Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters mit Wirecard-Derivaten gehandelt hatten.

Einen Mitarbeiter zeigte die Behörde wegen des Verdachts auf Insiderhandel an und stellte ihn frei. Nach jüngsten Angaben der Bafin konnten in diesem Fall "alle Verdachtsmomente ausgeräumt werden".

42 Fälle möglicher Regelverstöße

Insgesamt haben sich nach Bafin-Angaben bei der Aufarbeitung des Wirecard-Skandals bei 42 Beschäftigten der Finanzaufsicht Anhaltspunkte für einen Verstoß im Zusammenhang mit den Regeln zu privaten Finanzgeschäften ergeben. Bei 19 Mitarbeitern wird demnach noch geprüft, ob ein Verfahren eröffnet wird, zwölf Verfahren liefen noch. Elf Fälle seien zum Teil mit Geldbußen abgeschlossen worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. September 2022 um 13:00 Uhr.