Mark Zuckerberg | Bildquelle: dpa

Bericht der "New York Times" Zuckerberg will Chatdienste verschmelzen

Stand: 25.01.2019 16:57 Uhr

Nach dem Kauf von WhatsApp und Instagram sicherte Facebook-Chef Zuckerberg den Diensten Autonomie zu. Das könnte sich nun ändern. Nach Medienberichten sollen die Chatdienste integriert werden - mit weitreichenden Konsequenzen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will offenbar WhatsApp, Instagram und Facebook-Messenger enger zusammenführen. Die Nutzer der drei bisher unabhängigen Programme sollen in Zukunft direkt miteinander kommunizieren können. Dies berichtet die "New York Times", die nach eigenen Angaben von vier Mitarbeitern des Konzerns darüber informiert wurde. Es ist anzunehmen, dass es innerhalb der Unternehmens darüber Streit gibt. Demnach haben bereits mehrere Mitarbeiter wegen der internen Ankündigung Zuckerbergs das Unternehmen verlassen oder haben dies angekündigt.

Menschen gehen am Redaktionsgebäude der "New York Times" vorbei. | Bildquelle: AFP
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Laut "New York Times" will Zuckerberg offenbar WhatsApp, Instagram und Facebook-Messenger enger zusammenführen.

Die Neuausrichtung würde es ermöglichen, Nachrichten zwischen den Chatprogrammen auszutauschen - also zum Beispiel vom Facebook Messenger zu WhatsApp. Außerdem sollen dann alle drei Apps verschlüsselte Kommunikation ermöglichen.

Nach Informationen der "New York Times" sollen mehrere Tausend Beschäftigte die Änderungen umsetzen, die Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein sollen. Die Vereinheitlichung sei sehr aufwändig, weil die Funktionsweise grundlegend neu programmiert werden müsse.

Was motiviert Zuckerberg?

Der IT-Konzern bestätigte die Pläne nur indirekt. Man arbeite immer an der Verbesserung der Chatfunktionalität und am Ausbau der Verschlüsselungsoptionen.

Die "New York Times" vermutet, dass Zuckerberg sich höhere Werbeerlöse erhofft, indem er Nutzer länger in Programmen des Unternehmens verweilen lässt. Eine längere Verweildauer wiederum ließe sich dafür nutzen, mehr personalisierte Werbung anzeigen zu lassen.

Das IT-Unternehmen hat sich noch nicht dazu geäußert, ob die Integration auch Änderungen beim Datenschutz nach sich zieht. Der Datenskandal um Cambridge Analytica hatte Facebook im vergangenen Jahr eine schwere Krise beschert. Schon seit den US-Präsidentenwahlen 2016 steht das Soziale Netzwerk zunehmend in der Kritik, weil es einfach war, über die Plattform politische Propaganda und Lügen zu verbreiten.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 28. Januar 2019 um 18:48 Uhr.

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