Das Logo von Facebook ist auf dem Display eines Smartphones zu sehen. | Bildquelle: AFP

Milliardenplus Skandale? Facebook macht trotzdem Gewinn

Stand: 31.01.2019 07:06 Uhr

Allen Datenskandalen und juristischem Ärger zum Trotz kann Facebook Werbekunden und Nutzer bei der Stange halten. Umsatz, Nutzerzahlen und Gewinn stiegen im vierten Quartal 2018 deutlich an.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

In der Firmenzentrale von Facebook wurde heute vermutlich gejubelt. Nach dem Motto "War was?" ist der Gewinn beim größten sozialen Netzwerk der Welt im vierten Quartal 2018 um 61 Prozent auf 6,88 Milliarden Dollar gestiegen.

Von einem Rückgang der Nutzerzahlen ist keine Rede mehr, trotz des Cambridge-Analytica-Skandals und russischer Wahleinmischung. Auch in Europa sind die Neuanmeldungen wieder gestiegen. Facebooks Unternehmen kommen jetzt auf 2,7 Milliarden Nutzer weltweit - mehr als das dreieinhalbfache der Bevölkerung Europas. Neue User kommen vor allem aus Indien, Indonesien und den Philippinen.

Mark Zuckerberg | Bildquelle: dpa
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Facebook-Chef Mark Zuckerberg will die Chatdienste von Facebook, WhatsApp und Instagram unter eine Plattform stellen.

Der Ärger ist noch nicht zu Ende

Um den Dienst besser vor Fake-News zu schützen, hat Gründer und Chef Mark Zuckerberg massiv Personal eingestellt. Mehr als 35.600 Mitarbeiter hat der Konzern aus dem Silicon Valley jetzt, zu dem auch WhatsApp und Instagram gehören. Das sind 42 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Ärger für Facebook dürfte aber noch lange nicht zu Ende sein: In Deutschland untersucht das Bundeskartellamt, ob der Konzern beim Datensammeln nicht seine Marktmacht missbraucht. In den USA könnte die Politik einschreiten und versuchen, die Macht von Facebook einzuschränken. Das ist vermutlich mit ein Grund, weshalb Zuckerberg die Chatdienste von WhatsApp, Instagram und dem Facebook Messenger unter eine technische Plattform stellen will. Finanzchef David Wehner rechnet damit, dass die Marge von bisher 40 Prozent in den kommenden Jahren auf 35 Prozent absinkt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Januar 2019 um 06:36 Uhr.

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