Schild mit der Aufschrift Made in Germany | picture alliance / Lars Halbauer

Mehr Ausfuhren im April Exporte fast wieder auf Vorkrisenniveau

Stand: 09.06.2021 11:00 Uhr

Dank der starken Nachfrage aus Europa und den USA haben die deutschen Unternehmen im April den zwölften Monat in Folge mehr exportiert. Vor allem Autos "made in Germany" waren gefragt.

Die deutsche Exportwirtschaft wächst weiter - wenn auch nicht mehr ganz so stark wie zuletzt. Im April erzielte sie ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat März. Insgesamt exportierten die Unternehmen Waren im Wert von fast 112 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Es war der zwölfte Monat hintereinander mit einem Zuwachs bei den deutschen Ausfuhren.

48 Prozent mehr exportiert als im April 2020

Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Zuwachs sogar fast 48 Prozent. Dieses Plus muss aber vor dem Hintergrund gesehen werden, dass im April 2020 die deutsche Wirtschaft voll im Corona-Lockdown stand.

Am stärksten legten im April des laufenden Jahres die Ausfuhren nach Großbritannien zu. Dorthin wurden 64 Prozent mehr Waren verkauft - im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Exporte in die EU-Länder stiegen um knapp 59 Prozent, in die USA um rund 60 Prozent. Nach China wurden 16 Prozent mehr Waren exportiert.

Deutsche Autos ziehen am meisten

Exportschlager waren deutsche Autos. Die Autoexporte zogen um 280 Prozent an. Das hing aber damit zusammen, dass im April 2020 die Autoproduktion wegen Corona stark heruntergefahren worden war. Die Exporte von deutschen Elektronikgütern stiegen um 36 Prozent.

Inzwischen liegen die Exporte nur noch um 0,5 Prozent unter dem Niveau vom Februar 2020. Das war der letzte Monat, bevor die Auswirkungen der Corona-Krise in Deutschland spürbar wurden und bevor die Einschränkungen für die Wirtschaft begannen.

Lieferengpässe und Rohstoffmangel gut weggesteckt

Ökonomen zeigen sich beeindruckt von der deutschen Exportstärke. Zwar lasten Materialknappheiten und der Mangel an Vorprodukten auf der Industrieproduktion, "aber immerhin gelingt es der Industrie, Waren in den Export zu geben", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Im April hatte die deutsche Industrie wegen Lieferengpässen und knappen Rohstoffen weniger produziert als im Monat zuvor.

Im Mai könnte es einen Dämpfer für die deutsche Exportwirtschaft geben. Die vom Ifo-Institut erhobenen Exporterwartungen der Industrie sanken nämlich von 23,9 Punkten im April auf 23,0 Punkte.

Optimismus für das Restjahr

Trotz kleiner Bremsspuren sind die deutschen Exporteure zuversichtlich für 2021. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat jüngst seine Exportprognose auf plus acht Prozent angehoben. Zuvor war nur ein Wachstum von sechs Prozent erwartet worden.