Blick über einen Container Terminal im Hamburger Hafen. | Bildquelle: dpa

Corona-Krise Exporte brechen dramatisch ein

Stand: 09.06.2020 08:59 Uhr

Deutschlands Exporteure bekommen die Folgen der Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren. Die Nachfrage nach deutschen Waren ist so stark zurückgegangen wie noch nie. Besserung ist vorerst nicht in Sicht.

Als Folge der Corona-Pandemie sind die deutschen Exporte im April so stark zurückgegangenen wie noch nie seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank der Wert der Warenausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Verglichen mit März 2020 verringerten sich die Exporte um 24,0 Prozent.

Auf der Importseite gingen die deutschen Einfuhren so stark zurück wie zuletzt in der Finanzkrise im Juli 2009. Sie verringerten sich um 21,6 Prozent auf 72,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresmonat.

Unterschiedliche Auswirkungen in einzelnen Ländern

Die Corona-Pandemie sorgte unter anderem für Rezessionen bei vielen wichtigen Handelspartnern - das lag vor allem an geschlossenen Grenzen gerade auch im europäischen Binnenmarkt, weltweiten Handels- und Reisebeschränkungen und den enormen Störungen in der See- und Luftfracht.

Je nach Handelspartner waren die Exporte unterschiedlich stark beeinträchtigt: Die Ausfuhren nach China gingen im April 2020 um 12,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Die Exporte in die vom Coronavirus besonders betroffenen Länder Frankreich (minus 48,3 Prozent), Italien (minus 40,1 Prozent) und Vereinigte Staaten (minus 35,8 Prozent) nahmen am stärksten ab.

Wirtschaft bleibt pessimistisch

Hoffnungen auf eine grundlegende Trendwende gibt es derzeit nicht: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet für das gesamte Jahr mit einem Rückgang um mindestens 15 Prozent. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet ein Minus von 15 Prozent bei der Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen. Da das wirtschaftliche Wachstum bei nahezu allen Handelspartnern dramatisch einbreche, werde auch die Nachfrage nach "Made in Germany" deutlich sinken, erläuterte der BDI.

Nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) könnte der Welthandel in diesem Jahr um 13 bis 32 Prozent zurückgehen, je nach Verlauf der Pandemie. Schon 2019 hatte der Welthandel mit Waren stagniert, belastet von internationalen Handelskonflikten und der Abkühlung der globalen Konjunktur.

Corona und die Folgen: Export im April um mehr als 30 Prozent eingebrochen
Brigitte Scholtes, DLF
09.06.2020 13:28 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juni 2020 um 11:00 Uhr.

Darstellung: