Flugzeug am Boden | FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/Shutter

Krisenpakt mit ver.di Arbeitsplätze bei Eurowings gesichert

Stand: 18.01.2021 13:47 Uhr

Eurowings hat sich mit der Gewerkschaft ver.di auf weitere Krisenvereinbarungen geeinigt. Trotz Corona-Pandemie sollen so rund 2000 Arbeitsplätze gesichert werden. Dafür gibt es Gehaltskürzungen.

Mit einem Sanierungs-Tarifvertrag haben die Fluggesellschaft Eurowings und die Gewerkschaft ver.di rund 2000 Arbeitsplätze bei der Lufthansa-Tochter gesichert. Das berichten beide Seiten.

Nach "harten und monatelangen Verhandlungen" seien "ausgewogene Krisenbeiträge" erreicht, so ver.di. Im Gegenzug werde beim Kabinenpersonal unter anderem die betriebliche Altersvorsorge ausgesetzt und das Weihnachts- und Urlaubsgeld um fünf Prozent gesenkt, teilte die Gewerkschaft mit.

Zwei Flugbegleiterinnen mit Gesichtsmasken steigen aus einem Flugzeug. | dpa

Um Arbeitsplätze zu sichern, muss das Eurowings-Personal auf einen Teil des Gehalts verzichten. Bild: dpa

Weniger Urlaub in 2021

Für das Bodenpersonal sehe die Krisenvereinbarung den einmaligen Verzicht auf das 13. Gehalt und eine Urlaubsreduzierung für 2021 vor. Das Bodenpersonal stimmte dem Kompromiss den Angaben zufolge bereits zu, die ver.di-Mitglieder in der Kabine stimmen bis Freitag darüber ab.

Ver.di will sich außerdem dafür einsetzen, dass möglichst viele Flugbegleiter aus anderen Lufthansa-Teilgesellschaften bei Eurowings eine berufliche Perspektive finden, erklärte Verhandlungsführer Marvin Reschinsky. "Ver.di führt dazu bereits Tarifverhandlungen. Wir fordern eine finanzielle Anerkennung der bisherigen Berufserfahrung im Konzern."

"Die Vereinbarung mit Sozialpartnern und der Krisenbeitrag der Kabinen-Mitarbeiter von Eurowings Deutschland ist ein notwendiger Schritt, die schwere Krise bewältigen und die Zukunft des Unternehmens nachhaltig sichern zu können", erklärte Eurowings.

Die Airline kündigte die Neueinstellung von 130 Flugbegleitern an, um die traditionell stärkste Reisezeit im Sommer abdecken zu können. "Aktuell geht Eurowings von einer Belebung der touristischen Nachfrage ab Sommer 2021 aus", erklärte die Airline. Sobald die Reisebeschränkungen zur Abwehr der Pandemie fielen, sei eine dynamische Erholung von Tourismus und Heimatbesuchen in Europa zu erwarten.

Rund 2500 Beschäftigte bei Eurowings

Vor der Corona-Krise zählte die Lufthansa-Tochter 3350 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Derzeit sind es einem Sprecher zufolge noch rund 2500. Denn wegen der Corona-Krise schloss der Mutterkonzern die zu Eurowings zählende Gesellschaft Germanwings.

Schon vor der Pandemie hatte die Eurowings, die 2017 durch die Übernahme eines Teils der damals pleite gegangenen Air Berlin stark gewachsen war, den Abbau von rund 300 Stellen in der Verwaltung beschlossen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Januar 2021 um 12:00 Uhr.