Jeffrey Epstein | Bildquelle: AP

Finanzaufsicht New York Hohe Strafe für Deutsche Bank wegen Epstein

Stand: 07.07.2020 17:36 Uhr

Wegen ihrer Geschäftsbeziehung mit Jeffrey Epstein muss die Deutsche Bank in den USA eine Millionenstrafe zahlen. Dabei geht es auch um Zahlungen rund um den Missbrauch von Minderjährigen. Die Deutsche Bank gibt sich schuldbewusst.

Die Deutsche Bank kommen ihre Geschäfte mit dem verstorbenen und wegen Sexualverbrechen verurteilten US-Unternehmer Jeffrey Epstein teuer zu stehen. Die New Yorker Finanzaufsicht brummte dem Geldhaus eine Strafe von 150 Millionen Dollar (133 Millionen Euro) auf.

Das New York State Department of Financial Services (DFS) warf der Bank erhebliche Regelverstöße in Zusammenhang mit ihren Geschäftsbeziehungen zu Epstein vor. Das Finanzinstitut habe es versäumt, "verdächtige Transaktionen" ihres Kunden im Umfang von "Millionen von Dollar" zu bemerken und zu verhindern, erklärte die Finanzaufsicht.

Dabei hätte die Bank im Umgang mit dem als Sexualstraftäter registrierten Epstein besondere Vorsicht walten lassen müssen. Banken seien die "erste Verteidigungslinie", wenn es darum gehe, die Ermöglichung von Verbrechen über das Finanzsystem zu verhindern, erklärte DFS-Chefin Linda Lacewell. Banken müssten die Kontrolle über die Aktivitäten ihrer Kunden an das Risiko anpassen, das von diesen ausgehe.

Zahlungen an Missbrauchsbeteiligte

Die Deutsche Bank habe zwar Epsteins "furchtbare kriminelle Geschichte" gekannt, bei der Aufsicht aber versagt, erklärte Lacewell. Die Finanzaufsicht führt unter anderem Zahlungen an Einzelpersonen auf, denen eine Mitschuld am Missbrauch junger Frauen gegeben worden sei, Zahlungen an russische Models und an "zahlreiche Frauen mit osteuropäischen Nachnamen" sowie "regelmäßige verdächtige Bargeldabhebungen" im Umfang von mehr als 800.000 Dollar über einen Zeitraum von vier Jahren.

"Es war ein Fehler, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden anzunehmen", erklärte die Deutsche Bank. Das Unternehmen erkenne die festgestellten Schwächen in ihren Prozessen an und habe aus den Fehlern gelernt. Die Bank habe unmittelbar nach Epsteins Verhaftung die Strafverfolgungsbehörden kontaktiert und volle Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. "Unser Ruf ist unser wertvollstes Gut, und wir bedauern unsere Verbindung zu Epstein zutiefst."

Die Deutsche Bank hatte im Juli 2019 erklärt, eine gründliche Prüfung ihrer Geschäftsbeziehungen zu Epstein durchzuführen. Das Geldhaus reagierte damals auf einen Bericht des "Wall Street Journal", wonach es Epstein mehrere Jahre lang bei der Verwaltung von Millionen von Dollar über Dutzende von Bankkonten hinweg geholfen haben soll.

Seit 2008 registrierter Sexualstraftäter

Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der bestens vernetzte Investmentbanker wurde bereits 2008 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt und seitdem als Sexualverbrecher geführt. 

Der Multimillionär wurde erneut im Juli 2019 festgenommen und im folgenden Monat tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm der 66-Jährige sich das Leben.

Die Ermittlungen gingen auch nach Epsteins Tod weiter - und erlebten vergangene Woche mit der Festnahme von Epsteins Ex-Freundin und langjähriger Vertrauter Ghislaine Maxwell eine spektakuläre Entwicklung. Die Bundesanwaltschaft von Manhattan wirft der 58-Jährigen vor, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben.

Millionenstrafe für Deutsche Bank wegen Geschäften mit Epstein
Peter Mücke, ARD New York
07.07.2020 18:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2020 um 17:00 Uhr.

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