Ein Mann steht am Münchener Flughafen an einem Self-Check-in-Schalter der Lufthansa.  | Bildquelle: dpa

Coronavirus und die Wirtschaft Lufthansa weitet Umbuchungsangebote aus

Stand: 13.03.2020 17:31 Uhr

Kunden der Lufthansa und deren Tochter-Airlines können Tickets für abgesagte oder nicht wahrgenommene Flüge weiträumiger umbuchen. Die Fluggesellschaft reagiert damit auf die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus.

Als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus weitet die Lufthansa die Möglichkeiten für Reisende aus, ihre Flüge umzubuchen. Die Kulanzregelungen gelten auch für die zum Konzern gehörenden Airlines Swiss, Brussel, Austrian und Air Dolomiti.

Sollte ein Flug abgesagt werden oder von dem Kunden nicht wahrgenommen werden, müssen sich die Reisenden nicht mehr sofort auf ein neues Flugdatum für ihr Ticket festlegen. Bis zum 1. Juni können die Kunden ohne zusätzliche Gebühren entscheiden, wann im Laufe des Jahres sie das gekaufte Ticket stattdessen nutzen wollen. Diese Möglichkeit gilt für Käufer eines Tickets, das bis gestern gekauft wurde und das auf ein bestätigtes Reisedatum bis einschließlich den 30. April ausgestellt wurde.

Die Fluggesellschaften bekommen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise deutlich zu spüren. Die Lufthansa befindet sich derzeit in Gesprächen mit der Bundesregierung, um angesichts der einbrechenden Reisenachfrage und Reiseverboten über mögliche staatliche Unterstützung zu sprechen. Auch in Österreich, Belgien und der Schweiz lotet die Fluggesellschaft Chancen für Finanzhilfen für die Konzerntöchter aus.

EU will Start- und Landerechte sichern

Die EU versucht den Airlines zumindest in Bezug auf ihre Start- und Landerechte Sicherheit zu gewähren. Die sogenannten Slots für Starts und Landungen in diesem Jahr wurden den Fluggesellschaften bereits 2019 zugeteilt. Um die gewährten Rechte auch im kommenden Jahr aufrecht zu erhalten, müssten die Airlines ihre Slots für 2020 mindestens zu 80 Prozent genutzt haben - eine Zielmarke, die angesichts der einbrechenden Passagierzahlen infolge der Coronavirus-Pandemie kaum zu erreichen ist.

Diese Regelung solle nun vorerst außer Kraft gesetzt werden, kündigte die EU-Kommission an. Die Behörden, die die Start- und Landerechte vergeben, sollen den Zeitraum vom 1. März bis zunächst den 30. Juni so auslegen, als hätten die Fluggesellschaften die benötigten 80 Prozent der Slots genutzt. Für Flugverbindungen nach China soll die gleiche Annahme zudem bereits der Zeitraum vom 23. Januar bis 29. Februar gelten.

Der neuen Regelung müssen nun noch das EU-Parlament und der EU-Rat zustimmen. Sollte die Krise durch das Coronavirus länger andauern, kann die neue Slot-Verordnung laut EU-Kommission verlängert werden.

Buchungen brechen immens ein

Bereits jetzt sind zahlreiche Airlines durch Flugabsagen unter die 80-Prozent-Hürde für die Start- und Landerechte gerutscht. Angaben des Luftfahrtverbandes IATA zufolge gingen Buchungen für Flüge - Italien ausgenommen - für die Monate März bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um bis zu 60 Prozent zurück. Buchungen von und nach Italien brachen demnach um die Hälfte ein, zudem seien die Flugzeuge nur zu 40 Prozent besetzt gewesen. Europäische Flughäfen rechnen laut der Nachrichtenagentur dpa für das gesamte erste Quartal dieses Jahres mit einem Rückgang an Passagieren um 67 Millionen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. März 2020 um 21:00 Uhr.

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