Nur vereinzelt sind Reisende am Terminal 2 des Flughafen Frankfurt unterwegs | Bildquelle: dpa

Corona-Krise 98 Prozent weniger Personenflugverkehr

Stand: 12.04.2020 16:10 Uhr

An Deutschlands Flughäfen ist der Passagierbetrieb fast vollständig zum Erliegen gekommen. 98 Prozent weniger Fluggäste als im Vorjahr registriert ein Flughafenverband - trotz der umfangreichen Rückholprogramme.

Wer beim Blick in den Himmel schon lange kein Flugzeug mehr erspäht hat, dürfte nicht überrascht sein: An den Flughäfen in ganz Deutschland steht der Personen-Flugverkehr in der Corona-Krise fast vollständig still.

In der Woche vom 30. März bis 5. April habe der Flughafenverband ADV nur noch 97.693 Passagiere registriert, berichtet der "Spiegel". Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 reisten mehr als 4,5 Millionen Gäste über deutsche Verkehrsflughäfen.

Im Frachtbereich sieht es den Angaben zufolge ebenfalls schlecht aus: In der 14. Kalenderwoche wurden gut 77.685 Tonnen Fracht über deutsche Flughäfen transportiert - ein Rückgang von 20,8 Prozent im Vergleich zu 2019. Laut ADV gab es eine deutlich höhere Zahl an Ad-hoc-Flügen, etwa für den Transport medizinischer Ausrüstung.

ADV fordert Liquiditätshilfen

Angesichts der Zahlen spricht der Verband ADV von einem "historischen Tiestwert". Die meisten Fluggesellschaften hätten ihren Flugbetrieb vorerst eingestellt, auch die großangelegten Rückholprogramme der Bundesregierung für im Ausland gestrandete Deutsche hatten demnach keinen nennenswerten Effekt. Dass trotzdem alle Flughäfen den Betrieb am Boden aufrechterhielten, ist laut ADV wichtig, um kurzfristige Flüge im Charter- und Frachtbereich zu ermöglichen.

Dennoch bereitete die Krise durch den Quasi-Stillstand den Flughafenbetreibern finanzielle Probleme: "Ein Flughafenbetrieb ohne Einnahmen lässt sich nicht lange durchhalten. Wenn Flughäfen in schwierigen Zeiten ihre Funktion der Daseinsvorsorge im Interesse Deutschlands erfüllen, erwarten wir von Bundes- und Landesregierungen, dass den Flughäfen unter die Arme gegriffen wird. Liquiditätshilfen und Kostenübernahmen stehen ganz oben auf der Agenda der ADV", hieß es laut "Spiegel" in einem Schreiben an das Direktorium und dne Verwaltungsrat des ADV.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. April 2020 um 17:30 Uhr.

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