Skyline von Frankfurt am Main | Bildquelle: AP

Brexit Britische Firmen flüchten nach Deutschland

Stand: 14.12.2018 14:00 Uhr

Immer mehr britische Unternehmen zieht es wegen des nahenden Brexits nach Deutschland. Die Nachfrage erreicht Rekordniveau. Deutschland gilt als attraktivstes EU-Land für britische Firmen.

Die Zahl britischer Firmen, die sich in Deutschland niederlassen wollen, ist auf Rekordniveau gestiegen. Das belegen Zahlen von Germany Trade & Invest (GTAI), die für das Standortmarketing der Bundesrepublik zuständig ist. Im zu Ende gehenden Jahr haben 172 britische Firmen ihr Interesse an Investitionen in Deutschland angemeldet - 2015 waren es lediglich 50, im Jahr des Brexit-Referendums 2016 dann 77 und im vorigen Jahr 111.

"Viele interessierte Unternehmen nennen explizit den Brexit als Grund für ihr Interesse am Standort Deutschland," sagt der zuständige Experte der Gesellschaft, Achim Hartig. Es seien vor allem Unternehmensdienstleister sowie Firmen aus den Branchen Informationstechnologie und Software, die es nach Deutschland und damit in die größte Volkswirtschaft Europas ziehe.

Hochhäuser in London | Bildquelle: picture alliance / empics
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Weg aus London, weg von der Insel - Deutschland ist für viele britische Firmen da ein attraktives Ziel.

Nur die USA sind attraktiver

Die GTAI vermittelt etwa zehn Prozent der Neuansiedlungen in Deutschland. Ein noch größerer Teil entfällt auf die Fördergesellschaften der Bundesländer. "Dort ist die Entwicklung ganz ähnlich", sagte Hartig. "Auch hier wächst die Nachfrage aus Großbritannien." Für die britischen Unternehmen sind nur die USA noch attraktiver als Deutschland.

Der Brexit-Vertrag ist nach Auffassung von BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang auch im britischen Interesse. "Der Vertrag ist gut, und er ist auch gut für Großbritannien", sagte Lang dem Deutschlandfunk.

Bis spätestens Ende März 2019 soll der Brexit vollzogen sein. Ob die Unternehmen danach mit einer Zollunion einen freien Zugang zum EU-Binnenmarkt behalten, ist noch offen. Premierministerin Theresa May kämpft derzeit um eine parlamentarische Mehrheit für den ausgehandelten Austrittsvertrag mit der EU.

Über dieses Thema berichtete die ARD in "boerse vor acht" am 14. Dezember 2018 um 20:10 Uhr.

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